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Die Lösung von ZF könnte Fußgänger warnen, sollten sie drohen, vor einem Auto auf die Straße zu gehen. Bild: ZF

| von Pascal Nagel

ZF Friedrichshafen hat das Verkehrsvernetzungskonzept „X2Safe“ präsentiert. Der intelligente Algorithmus des Technologiekonzerns soll sämtliche Verkehrsteilnehmer – seien es Fahrzeuge, Radfahrer oder Fußgänger – miteinander vernetzten. Auf diese Weise sollen vor allem Unfälle mit schwächeren Verkehrsteilnehmern vermieden werden, heißt es.

Das Prinzip: Bewegungsdaten sämtlicher Nutzer werden an eine Cloud-Lösung gesendet. Der Algorithmus errechnet aus den einzelnen Informationen, ob ein Zusammenstoß droht. So könnte das System etwa frühzeitig erkennen, ob ein Fußgänger vor einem Auto auf die Straße läuft. X2Safe würde in diesem Fall eine Kollisionswarnung sowohl an den Fahrer als auch an das Smartphone des Fußgängers senden.

Die Intelligenz des Systems bestehe darin, so ZF, dass der Algorithmus das Verhalten aller Verkehrsteilnehmer in der näheren Umgebung individuell analysieren kann und über eine Reaktion entscheidet. Hält ein Fußgänger etwa Rotphasen von Ampeln nicht ein oder überquert Straßen an dafür nicht geeigneten Stellen, vermag es dieses Verhalten als besonders „unsicher“ zu bewerten und geht von einem größeren individuellen Gefährdungspotenzial aus.

Mit zunehmendem Grad vernetzter Sicherheitssysteme und Autonomie moderner Fahrzeuge könnte darüber hinaus ein automatisches Eingreifen des Autos erfolgen, etwa ein Ausweichmanöver oder eine Vollbremsung. „Auf dem Weg zum autonomen Fahren ist Sicherheit ein zentraler Faktor. Von unserer Technologie könnten aber schon bald alle Verkehrsteilnehmer profitieren“, sagt Malgorzata Wiklinska, Leiterin der ZF-Denkfabrik.

Anders als ein Abstandswarner oder eine Kamera reagiert das System nicht erst, wenn die Gefahr erkennbar ist. Sollte es notwendig sein, antizipiert es möglicherweise auftretende Gefahren bereits im Entstehen, heißt es bei ZF. Zudem verarbeitet der Algorithmus nicht nur die Bewegungsdaten der Verkehrsteilnehmer, sondern kann Gefahrenschwerpunkte, wie unübersichtliche Straßenzüge oder Bushaltestellen, selbstständig erkennen.