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Das 3D-Beobachtungssystem von ZF kann Fahrzeuginsassen und Objekte im Innenraum erkennen und klassifizieren. Bild: ZF

| von Werner Beutnagel

Das Kamerasystem bestimmt die Größe, Lage und Position der Insassen und stellt fest, ob sie das Fahrzeug über das Lenkrad aktiv kontrollieren und ob sie die automatisierten Fahrfunktionen überwachen oder abgelenkt sind. Auf dieser Grundlage kann das Fahrzeug in Notsituationen beispielsweise mit Warnsignalen reagieren.

„Die visuellen Daten aus dem Fahrzeuginneren können in vielerlei Hinsicht äußerst wertvoll sein“, sagt Norbert Kagerer, Entwicklungsleiter der ZF-Division Passive Sicherheitstechnik. „Die Entwicklung unseres 3D-Beobachtungssystems für den Innenraum führt zu verbesserter Sicherheit und erhöhtem Bedienkomfort. Darüber hinaus unterstützt es die Entwicklung hin zu automatisierten Fahrzeugen.“

Auch für die Insassensicherheit spielt das Kamerasystem eine wichtige Rolle: Durch die exakte Lokalisierung der Passagiere kann das Energiemanagement vor und während eines Aufpralls individuell auf die einzelnen Personen abgestimmt werden. So kann das Fahrzeug entscheiden, ob adaptive Sicherheitsfunktionen eingesetzt werden müssen und wenn ja, welche.

Doch auch im Stand soll das Fahrzeug seine Insassen besser beschützen können – vor allem die jüngsten Mitfahrer. Immer wieder kommt es in den heißen Sommermonaten zu Unfällen mit im Auto zurückgelassenen Kleinkindern durch die Hitze. Die Sensorik von ZF könnte Kinder im abgestellten Fahrzeug ebenso erkennen wie die Temperatur im Innenraum. Sollte sich das Auto zu stark aufheizen könnte es eigenständig die Fenster öffnen, per Hupe und Warnblinker Passanten zu Hilfe rufen sowie einen Notruf an das Mobiltelefon des Halters oder an Rettungskräfte senden. 

Voraussichtlich Ende 2021 soll das Beobachtungssystem von ZF serienreif sein, verspricht der Technologiekonzern.