Hoheisel Bosch

Dirk Hoheisel, Geschäftsführer Bosch: „Es reicht es nicht aus, nur die Technik zu erproben. Wir wollen verstehen, was die Nutzer wollen.“

| von Yannick Polchow

Was genau planen Sie in Kalifornien?

Bosch und Daimler werden in der Stadt San José im Großraum San Francisco einen sogenannten Ride-Hailing-Service anbieten, einen Taxi-Dienst mit automatisierten Fahrzeugen. Das Testgebiet führt entlang einer Verkehrsader der Stadt. Die Fahrzeuge – Limousinen von Mercedes – können über eine App gebucht werden. Während des Pilotprojekts werden die Testfahrten nur mit geschulten Fahrern und einem zusätzlichen Systemingenieur an Bord des Fahrzeugs durchgeführt. Die Idee eines solchen Dienstes ist es natürlich, dass das Auto später automatisiert und ohne Fahrer fährt. Dafür müssen wir aber erst noch weitere Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln und das Verhalten der Passagiere besser verstehen. Ziel ist es, ein serienreifes System zu entwickeln.

Um herauszufinden, wie die groß die Akzeptanz für Angebote dieser Art ist, wo es vielleicht klemmt?

Ja, denn es reicht es nicht aus, nur die Technik zu erproben. Wir wollen verstehen, was die Nutzer wollen. Sind es überwiegend ältere oder jüngere Menschen, die diese Fahrzeuge und den dazugehörigen Service nutzen? Wie wird der Dienst akzeptiert? Und wie funktionieren automatisierte Fahrzeuge im Zusammenspiel mit der städtischen Infrastruktur? Auf dem Papier funktioniert das, aber auch auf der Straße? Das sind alles Aspekte, die wir überprüfen wollen.

Warum bringen Sie das Pilotprojekt in den USA ins Rollen und nicht in Deutschland?

In den USA hatten wir schon ein gut aufgestelltes Team und die Zusammenarbeit mit der Kommune klappt ebenfalls gut. Ziel ist aber ganz klar, dass wir ein System entwickeln, das auch in Deutschland und anderen Ländern funktioniert.

sp-x/red