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Byton zeigt in Las Vegas eine seriennahe Version des Elektro-SUVs M-Byte. 

| von Yannick Tiedemann

Mit der Consumer Electronics Show in Las Vegas geht der neue Fortschritts-Fixstern der Automobilindustrie bereits Anfang des Jahres auf. Das Gadget-Festival in der Wüste ist für Hersteller, Zulieferer und neuer Mobilitäts-Player längst zum Mekka der Produkt- und Technologie-Vorstellungen avanciert. Nicht Frankfurt, Genf, Paris oder Detroit heißen die Hot Spots der Innovation, es ist Las Vegas. Doch 2019 scheinen im Spielerparadies nicht mehr die ganz großen Dinger gedreht zu werden. Daimler zeigt als Highlight immerhin eine neue Modellgeneration des CLA und wärmt seine People-Mover-Studie Vision Urbanetic dafür jedoch nur auf. Audis Kerninnovation für Las Vegas sind VR-Brillen im Innenraum, BMW kommt in die Schlagzeilen für ein selbstfahrendes Motorrad. Auch die deutschen Zulieferer kommen in Las Vegas alles andere als revolutionär daher. Dennoch kann man den Eindruck gewinnen, sie seien mit ihren Konzepten und Technologien näher an den künftigen Anforderungen von Mobilität dran als die Autobauer. Bosch, Conti und ZF positionieren sich immer deutlicher als Schlüsselspieler in einem künftigen Mobilitäts-Ökosystems – so auch dieses Jahr auf der CES.

Redakteur Yannick Polchow kommentiert die CES 2019.  

In Sachen autonomer und elektrischer Mobilität sind es derweil neue Player wie die Google-Tochter Waymo oder das E-Auto-Startup Byton, die die medienwirksamen Vorstöße auf der CES wagen. Statt abstrakter Zukunftsmusik bieten sie praxisnahe Produkte und Technologien, die eher früher als später auch zum Einsatz kommen sollen. Nun wäre es vermessen und mehr als unfair, den etablierten Größen unter den Autobauern zu unterstellen, sie zeigten kein umfangreiches Portfolio an spannenden, zukunftsweisenden Lösungen rund um die neue Mobilität. Technologisch sind gerade die deutschen OEMs spitze, wenn es beispielsweise um Vernetzung oder autonomes Fahren geht. Doch gilt es nun, diese Ansätze aus der Futurismus-Ecke zu holen und näher an den Mobilitäts-Alltag zu führen. Die Hersteller betonen selbst, dass die kommende Dekade den großen Umbruch in der Mobilität bringen werde. 2019 sollte daher das Jahr sein, indem dieser Wandel nicht nur beschworen, sondern bereits ganz greifbar geprägt werden muss. Das High-Tech-Festival in Las Vegas bot dafür die erste Gelegenheit – beim Schopfe gepackt wurde sie nicht wirklich.

Bilder: CES / Klaus Michelmann