Volkswagen startet eigene Batteriezellfertigung

Für die anstehende Elektro-Offensive will Volkswagen nun auch eigene Batteriezellen produzieren. Bild: Volkswagen

| von Yannick Polchow

Im Rahmen seiner Elektro-Offensive will Volkswagen in den nächsten zehn Jahren rund 70 neue Elektro-Modelle auf den Markt bringen, die Stückzahl an elektrischen Fahrzeugen soll auf gut 22 Millionen Einheiten ansteigen. Damit wächst den Wolfsburgern zufolge allein in Europa und Asien der jährliche Energiebedarf auf mehr als 300 GWh jährlich. 

Das sei, so Volkswagen, mit den heutigen Zellkapazitäten nicht mehr zu bewältigen. Bisher wurden die überschaubaren Volumina aus Asien importiert, für künftige Konzernansprüche in Sachen Elektromobilität müssten auch heimische Produktionsanlagen in Betrieb genommen werden.

Daher nimmt der Autobauer nun Geld in Hand, um in direkter Nachbarschaft zum Hauptsitz in Wolfsburg eine Zellfertigung aufzubauen. Ab dem zweiten Halbjahr 2019 soll im Center of Excellence (CoE) in Salzigitter, wo der Konzern Entwicklung, Beschaffung und Qualitätssicherung aller Batteriezellen gebündelt hat, eine Pilotfertigung starten. 

„Die Automobilindustrie befindet sich in einem grundlegenden Wandel, den wir auch bei Volkswagen mit Vehemenz voranbringen“, sagt Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess. „Es geht darum, den Volkswagen Konzern so auszurichten, dass wir die umfassende Transformation unserer Industrie an entscheidender Stelle mitgestalten. Die heutigen Entscheidungen sind dabei wichtige Meilensteine für die Zukunft von Volkswagen.“

In der Folge sollen dann an weiteren Standorten in Deutschland sogenannte „Gigafactories“ zusammen mit Partnern aufgebaut werden. Auch die Feststoffbatterie soll in Europa weiter forciert werden. 

Der Aufbau einer eigene  Zellfertigung hänge, so Volkswagen, von  den richtigen „wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ ab. Dazu gehörten steuerliches Entgegenkommen, attraktive Energiepreise und ein möglichst schnelles Genehmigungsverfahren, da der Bau einer Zellproduktion mindestens drei Jahre dauere, so der Wolfsburger Konzern. Damit hat Volkswagen nun den Ball ins Feld der Politik befördert.