Unfallmedestecker_App_Unfallmeldedienst

Die deutschen KfZ-Versicher bringen ein Konkurrenzsystem zum eCall auf den Markt. Bild: GDV

| von Yannick Tiedemann

Die deutsche Versicherungswirtschaft wird Anfang April ein eigenes automatisches Notruf-System auf den Markt bringen. Das „Unfallmeldedienst“ genannte System soll eine Kollision erkennen und den Unfall automatisch an eine Notrufzentrale melden können. An dem dem -Notruf angelehnten System sind laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mehrere Unternehmen aus der KfZ-Versicherung beteiligt.

Kernstück des Notruf-Systems ist ein Stecker für die 12-Volt-Buchse im Auto. Beschleunigungssensoren im Stecker erkennen eine Kollision und die Stärke des Aufpralls. Registriert der Stecker einen Unfall, sendet er diese Information an eine Unfallmelde-App auf dem Smartphone des Autofahrers. Die App meldet den Unfall, die aktuelle Position des Fahrers und die letzte Fahrtrichtung an eine Notrufzentrale. Gleichzeitig wird eine Sprechverbindung zwischen der Notrufzentrale und dem Autofahrer am Unfallort hergestellt. Im Fall eines schweren Unfalls leitet die Notrufzentrale sofort Rettungsmaßnahmen ein.

Technisch betrieben werde der Unfallmeldedienst von der Dienstleistungs-GmbH des GDV, die auch die Notrufsäulen an den deutschen Autobahnen betreut. Anbieter des neuen Dienstes sind die teilnehmenden Kfz-Versicherer. Autofahrer sollen den Stecker und die App direkt bei ihrer Versicherung erhalten können. Zur Markteinführung stehen rund eine halbe Million Unfallmeldestecker zur Verfügung stehen, so der GDV. An der Entwicklung des Unfallsteckers und der App sind Bosch und IBM beteiligt gewesen.

In der Debatte um den E-Call, der ab 2018 EU-weit verpflichtend in Fahrzeugen eingebaut sein muss, ist der Umgang mit den Daten ein Kernthema gewesen. Der GDV versichert hierzu, dass bei störungsfreier Fahrt keine Daten an die Notrufzentrale übermittelt würden. Das Smartphone sende eine geringe Menge an Daten nur nach einem Unfall oder einem manuellen Hilferuf, so der Verband. Rückschlüsse auf die Fahrweise zu ziehen, sei dem Unfallmeldedienst ebenso unmöglich wie Bewegungsprofile zu erstellen.

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