| von Gert Reiling

Vernetzung ist das beste Mittel, um Autofahrern die – meist unbegründete – Angst vor zu geringer Reichweite von Elektroautos zu nehmen.

Dieses Fazit zieht Continental nach dem ersten Jahr des Flottenverversuch VLOTTE AutoLinQ in Österreich. Der Autozulieferer kooperiert dabei mit dem Energiedienstleister illwerke bei der Vernetzung der Fahrzeuge, die Infrastruktur wird mit Hilfe von T-Systems aufgebaut.

Über Smartphones haben die Fahrer die Fahrer jederzeit Zugriff auf die Daten ihrer Elektroautos. Im Flottenversuch in Vorarlberg testet Continental erste Teilfunktionen von AutoLinQ für Elektrofahrzeuge: Fahrzeuglokalisierung, Diagnose- und Statusinformationen zu Fahrzeug, Batterie und Umgebung, das Steuern des Ladevorgangs an normalen Steckdosen, das Auffinden von Ladestationen sowie das Einbinden von Drittanbieter-Funktionen. Die Analyse der bisherigen Daten aus der Testflotte zeigt, dass 98 Prozent aller Fahrten kürzer als 50 Kilometer waren.

Basis der Dienste ist eine von T-Systems betriebene Telematiklösung. Sie fungiert als Portal zwischen Fahrzeug und Fahrer sowie den vielfältigen Dienstleistern, die sich in AutoLinQ einklinken können. „Kern ist eine web-basierte Schnittstelle, auf der die individuellen Smartphone-Apps und verschiedene Dienste realisiert werden können“, erklärt Markus Lindemann, Leiter Embedded Business Solutions bei T-Systems.

Continental steuert als weltweit agierender Zulieferer das Systemwissen und die Serienerfahrung mit individuellen mobilen Lösungen bei. Hauptfunktion des Netzwerks ist das intelligente Laden der Traktionsbatterien. An üblichen Haushalts-Steckdosen steuert die Ladeintelligenz von AutoLinQ, wann und zu welchem Ladestand die Batterien mit Energie versorgt werden.

Zusätzlich kann der Fahrer des Elektroautos per Smartphone oder PC auf viele Dienste zurückgreifen, auch wenn er das Fahrzeug verlassen hat. Drittanbieter wie Fahrzeughersteller, Carsharing-Anbieter, Versicherungen oder Energieversorger wiederum können mit Daten aus dem Fahrzeug ihr Angebot zukünftig an den Nutzer individuell anpassen. Die Energieversorger optimieren so zum Beispiel das Lade- und Netzmanagement.

VLOTTE sorgt bei der Nutzung der Elektrofahrzeuge für feste Pauschalen und die Organisation des Umfelds. „Die hohen Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen im Vorarlberg zeigen deutlich, dass diese Art der Subvention von Elektrofahrzeugen vielen Menschen beim Umstieg auf Elektromobilität hilft“ erklärt Christian Eugster, VLOTTE-Projektleiter in Bregenz.

on den derzeit mehr als 350 VLOTTE Elektrofahrzeugen in privater und öffentlicher Hand sind im ersten Schritt 20 Fahrzeuge in die AutoLinQ-Mobilitätsplattform eingebunden. In einem nächsten Projektschritt werden die AutoLinQ-Fahrzeuge in das Netz- und Energiemanagement der „Vorarlberg Netz“, einem Tochterunternehmen von illwerke vkw, eingebunden, um Erkenntnisse über den Einfluss der Elektromobilität auf die Stromnetze zu gewinnen.

Aus den Daten des bisher knapp einjährigen Testbetriebs hat Continental vor allem Erkenntnisse über die Fahrzeugnutzung, den Energieverbrauch, die Rekuperation, das Ladeverhalten und über Diagnoseaspekte gewonnen. Die Vernetzung aller Systeme ist für ein optimales Energiemanagement wichtig. So sollten die Batterien vor einer längeren Fahrt von den Bergen ins Tal nicht voll aufgeladen werden. Bei der Bergabfahrt kann das Fahrzeug dann in hohem Maße rekuperieren.

Seit dem Start des Pilotprojekts im August 2011 habe das Interesse an der offenen Plattform AutoLinQ für Elektrofahrzeuge kontinuierlich zugenommen, berichtet Continental. Bei entsprechendem Interesse seitens der Automobilhersteller und Diensteanbieter könnte AutoLinQ für Elektrofahrzeuge bereits ab 2014 in Serie gehen.

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