| von Gert Reiling

Der sonore Klang eines 6-Zylinders, das geschmeidige Grummeln eines V8 – die Geräusche von Verbrennungsmotoren sind feste Größen im Straßenverkehr. Beim Elektroauto ist das passé – bis Tempo 25 fährt es beinahe geräuschlos.

Die Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer liegt auf der Hand. Die logische Konsequenz für die Soundtechniker von Audi: Das Elektroauto der Zukunft braucht einen eigenen Sound – aber welchen?

„Wir sprechen von Quiet Cars, wenn ein Elektroauto im Geschwindigkeitsbereich zwischen 0 – 25 Stundenkilometern fährt“, erklärt Dr. Ralf Kunkel, Leiter Akustik bei Audi. Bis zu dieser Geschwindigkeit fahren Elektroautos nahezu lautlos durch die Straßen. Danach treten Geräusche durch das Abrollen der Reifen und durch den Fahrtwind in den Vordergrund.

Die neue Art der Fortbewegung reduziert die Lärmbelästigung, doch sie birgt auch Risiken: Über das Gehör decken Verkehrsteilnehmer 360 Grad ihrer Umgebung ab –  die Augen hingegen erfassen nur einen beschränkten Winkel. Menschen, die schlechter sehen oder abgelenkt sind, können ein Auto leicht übersehen.

Weltweit setzen sich deshalb Blindenverbände dafür ein, den Quiet Cars einen eigenen Sound zu geben, in den USA und in Japan werden bereits entsprechende Vorgaben oder Gesetze vorbereitet.

Auch die Soundtechniker von Audi wollen die Fußgänger schützen. „Zum Beispiel, indem wir Geräusche bei Elektroautos künstlich generieren“, so Kunkel.Es geht dabei nicht nur um die Sicherheit, sondern auch um die Frage: Wie soll der Audi E-tron der Zukunft klingen?

„Raumschiffgeräusche wie in Kinofilmen erinnern an Autos, unterscheiden sich gleichzeitig aber stark – ein durchaus interessanter Ansatz“, sagt Kunkel. ,,Es wird in jedem Fall neu und ungewöhnlich. Der Audi RSQ aus dem Hollywoodfilm ‚I, Robot’ zeigt, wie ein Audi in Zukunft klingen könnte.“

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