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Flugtaxis benötigen möglichst energieeffiziente und kleine Sensorsysteme. Bild: Bosch

| von Pascal Nagel

Im Rahmen des Projekts „Ocean12“ wollen die beteiligten Unternehmen aus den Bereichen Halbleitertechnik, Elektronik, Luftfahrt- und Automobiltechnik verschiedene, besonders energieeffiziente Komponenten entwickeln, die die Umgebungsdaten von Fahrzeugen und Flugzeugen erfassen und verarbeiten können. Für das deutsche Konsortium aus 14 Organisationen hat sich Zulieferer Bosch als verantwortlicher Koordinator gefunden. 

Im Fokus von Ocean12 steht die sogenannte FD-SOI-Technologie („Fully Depleted Silicon On Insulator“). Dahinter verbirgt sich ein Fertigungsansatz für Halbleiter, bei dem eine zusätzlich eingebrachte, sehr dünne Isolationsschicht im Chip die sogenannten Leckströme reduziert. Dies soll den Stromverbrauch verringern und eine höhere Rechengeschwindigkeit realisieren. Auf dieser Grundlage sollen später entsprechende Sensor-Komponenten entstehen.

„Ziel des Projektes Ocean12 ist, dass neue Sensorsysteme für zukünftige Mobilitätskonzepte bis zu 90 Prozent weniger verbrauchen als heutige Systeme“, sagt Tilman Glökler von Bosch. Die neue Technik ermögliche es zudem, besonders kleine Sensorsysteme zu bauen, da Sensoren einschließlich leistungsstarker integrierter Auswerteschaltungen auf einem sogenannten SoC (System on Chip) integriert werden. Das sei unter anderem fürs automatisierte Fahren und Fliegen unabdingbar, so Glökler weiter. 

Das Verbundprojekt läuft bis 2021 und wird von der Europäischen Union und in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Freistaat Sachsen mit insgesamt rund 104 Millionen Euro gefördert. Neben Bosch beteiligen sich unter anderem auch Airbus, Audi und der US-Halbleiterhersteller Globalfoundries.