Eine Hand wählt auf dem MBUX von Mercedes-Benz den Store für Connected Services an

In Sachen Fahrzeugvernetzung haben die Autobauer noch Luft nach oben. Bild: Daimler

| von Claas Berlin

Die Bedeutung von vernetzten Fahrzeugen wird in den nächsten Jahren zunehmen. Waren es im Jahr 2018 weltweit noch 119,4 Millionen, soll ihre Zahl bis 2023 auf 352 Millionen steigen. Dieser Anstieg geht mit einem schnellen Wachstum des Datenaufkommens einher. Die Fahrzeugdaten sind ein hohes Gut und könnten bei der richtigen Herangehensweise schnell monetarisiert werden.

Eine Studie des Beratungsunternehmen Capgemini ergab, dass erst 56 Prozent der befragten Verbraucher über vernetzte Dienste in ihren Fahrzeugen verfügen, lediglich 51 Prozent davon nutzen diese häufig oder sehr häufig, 29 Prozent nur gelegentlich. Zudem sagen zwei Drittel, dass vernetzte Dienste den Wert eines Autos erhöhen und das Fahrerlebnis verbessern würden. Dies zeigt, dass die OEMs den Markt für vernetzte Dienste noch nicht umfassend durchdringen konnten.

„Die meisten Hersteller neigen dazu, die Wertschöpfung von vernetzten Diensten genauso anzugehen, wie sie Fahrzeuge produzieren. Sie erledigen die meisten Arbeiten selbst, indem sie Komponenten – und auch Services – von Zulieferern zusammenbauen, anstatt ihr Connected Car-Ökosystem für erstklassige Partner zu öffnen, die hier schon weiter sind“, betont Marc Cäsar, Director im Bereich Automotive bei Capgemini Invent und Experte für Connected Services

Die Studie zeigt, dass die vernetzten Dienste der traditionellen Automobilhersteller von den Verbrauchern häufig noch nicht angenommen werden. Von den 23 untersuchten Kategorien werden sicherheitsbezogene Angebote im Auto wie intelligente Assistenzsysteme am meisten geschätzt. Den größten Wert messen die Verbraucher Diensten wie der Kollisions- oder Gefährdungswarnung sowie Diebstahlerkennungssystemen und einem digitalen Fahrzeugfinder bei.

39 Prozent der Verbraucher gaben an, dass die Dienstleistungen zwar nützlich, aber bisher nicht ausreichend entwickelt sind, während weitere 23 Prozent sich ihrer Vorteile nicht bewusst sind. Die OEMs müssten aus Sicht der Studienautoren daher sicherstellen, dass sie die Verbraucher mit den von ihnen gewünschten Dienstleistungen ansprechen und auch über die Vorteile informieren.

Auffällig ist, dass der Aspekt der Nachhaltigkeit beim vernetzten Fahren für die Verbraucher immer wichtiger wird: Insgesamt sind 60 Prozent der weltweit Befragten der Meinung, dass vernetzte Dienste einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben können. 56 Prozent berücksichtigen nachhaltige Dienste bei ihrer Kauf- oder Leasing-Entscheidung und 53 Prozent würden dafür sogar mehr bezahlen.

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