NXP belegt die Pole Position bei Auto-Chips
| von Pascal Nagel

Die Chiphersteller NXP und Freescale haben ihren Merger nunmehr vollzogen. Die Fusion lässt einen neuen Giganten im Halbleitermarkt entstehen – und ein neues Gravitationszentrum bei den Chips für Autos.

Neunzig Prozent der Innovation im Auto kommen nicht mehr aus Blechen und Motorblöcken, sondern aus Silizium und Software. Darauf verweist Kurt Sievers, Chef der Automobilsparte von NXP. Schon bisher haben NXP und Freescale jeder für sich in der Top-Liga derjenigen Chiphersteller gespielt, welche die Prozessoren und Schaltkreise für Fahrerassistenzsysteme, Radarsensoren und Steuergeräte liefern. NXP hat beispielsweise in führender Stellung bei der Entwicklung des FlexRay-Datenbusses mitgewirkt, Freescale ist unter anderem für seine leistungsstarken und hochintegrierten Mikroprozessoren mit ASIL-Qualifikation bekannt. Gemeinsam können die beiden Unternehmen ihre Stärke noch besser ausspielen, denn es gibt kaum Überschneidungen im Technologiespektrum. „Wir sind in allen Segmenten mindestens doppelt so groß wie unsere nächsten Wettbewerber“, behauptet ein angesichts des Mergers äußerst selbstbewusster Sievers. Die fusionierte Firma, die weiterhin unter dem Namen NXP firmiert, ist künftig die unangefochtene Nummer eins im Markt für Automobil-Chips.

Der Schwerpunkt der Entwicklung der „neuen NXP“ werde auf den Themen Connectivity, Sicherheit (im Sinne von Safety ebenso wie von Security) sowie Energieeffizienz liegen, kündigte Sievers an. Dazu plant das Unternehmen nicht nur die erforderlichen Schaltkreise bereitzustellen, sondern auch die Software. Hierzu werde es seinen bisherigen Kurs von Übernahmen, Beteiligungen und strategischen Kooperationen weiterführen. Zudem profitiert das Unternehmen von einer starken Binnensynergie – Freescale ist beispielsweise stark in Technikbereichen wie Industriesteuerungen einschließlich der zugehörigen Sensorik, Internet of Things und Prozessoren mit integrierter Security-Hardware verankert; NXP kann davon bei Anwendungen wie sicherer Fernzugriff und vernetztes Auto profitieren.

Nur in einem Technikfeld bleibt das Tandem NXP/Freescale auch weiterhin hinter dem bisherigen und nun etwas deklassierten Top-Player Infineon zurück: Dem Duo fehlt im Gegensatz zu Infineon das Know-How, um Leistungshalbleiter für die Aktorik in teilelektrisierten Autos, für Batteriesteuerungen und für die Elektromobilität zu bauen. Mit zunehmender Bedeutung von Hybrid- und vollelektrischen Antrieben könnte sich dieses Manko in Zukunft schmerzlich bemerkbar machen.

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