Bremsassistent

Besonders enttäuscht hat die ADAC-Tester der Assistent von Volvo. Bild: ADAC

| von Yannick Tiedemann

Fußgänger und Radfahrer gehören zu den gefährdetsten Verkehrsteilnehmern überhaupt. In Deutschland machen sie rund 30 Prozent der Verkehrstoten aus. Autohersteller bemühen sich daher mit dem Einbau von Notbremsassistenten in die Fahrzeuge diese Zahl erheblich zu verringern. Offenbar mit wenig Erfolg wie nun ein Test des ADAC herausgefunden hat.

Der Automobilclub hatte Notbremssysteme mit Fußgänger- und Radfahrererkennung in Mittelklassefahrzeugen der Marken Audi, Subaru, KIA, Mercedes, Volvo und BMW untersucht. Mit besorgniserregenden Ergebnis, dass nur die Systeme von Audi und Subaru die Testingenieure wirklich überzeugten.

So könnten Unfälle mit Fußgängern bei Tag und bei Geschwindigkeiten, die im innerstädtischen Bereich gefahren werden, von den Assistenten der beiden Marken verhindert werden. Das Stereo-Kamerasystem von Subaru habe vor allem bei Dunkelheit mit guten Resultaten überrascht, so der ADAC. Da sich rund 60 Prozent aller Unfälle in der Nacht ereignen, eine positive Erkenntnis für die Japaner.

Audis serienmäßig verbaute Fußgängererkennung meistert dem ADAC zufolge auch die schwierigsten Szenarios weitestgehend problemlos. Nur beim Ausmachen von Radfahrern hapere es bei den Ingolstädtern, wie auch bei allen anderen Marken. Als größere Enttäuschung identifizieren die Ingenieure Volvo: Das System habe Probleme, den Dummy mit sich bewegenden Beinen zu erkennen. Zwar erfolge eine Warnung, doch bleibe die Bremsung aus, so der ADAC. Im Test mit einem statischen Dummy hätte das System dagegen besser reagiert; nachts arbeite das System gar nicht.

Wie die Tests ergaben, hat Mercedes eine akzeptable Lösung auf dem Markt, die Radfahrer zumindest erkennt. Der Assistent von BMW schalte wie das schwedische Pendant nachts ab und warne tagsüber den Fahrer lediglich vor einer bevorstehenden Kollision mit leichtem Abbremsen, so die Experten des Automobilclubs. Zudem sei die Funktion bei der bayerischen Marke zu leicht deaktivierbar und bleibe bei einem Neustart des Autos ausgeschaltet. Die automatische Notbremsfunktion bei KIA präsentiert sich laut ADAC als solides System, das nur in Nacht eingeschränkt reagiert.

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