Nissan Leaf 2020 Bild Nissan

Der Nissan Leaf wurde in einem Projekt zwischen den Autobauer, Tennet und The Mobility House genutzt, um eine Art virtueller Strombrücke zu testen. Bild: Nissan

| von Fabian Pertschy

In den vergangenen Monaten hat der Autobauer gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber Tennet und dem Technologieunternehmen The Mobility House getestet, inwiefern E-Autos dem Stromnetz dienen können. In dem Pilotprojekt ging es darum, mit lokal produziertem Strom die Fahrzeugbatterien zu laden und bei Bedarf zu entladen. So können Lastspitzen geglättet werden und die Autos als Netzspeicher dienen.

Überschüssiger Strom aus erneuerbaren Quellen, der wegen der Topologie vor allem in Norddeutschland anfällt, wurde im dem Versuch in Fahrzeuge des Nissan-Modells Leaf geleitet. An anderer Stelle wurden Fahrzeuge im Gegenzug entladen, um insgesamt das Gleichgewicht im Netz aufrechtzuerhalten. Dabei seien die Mobilitäts- und Ladeanforderungen der Fahrzeugnutzer berücksichtigt worden.

Angesichts einer zunehmenden aber volatilen Stromerzeugung mittels erneuerbarer Energien wird es immer wichtiger, Schwankungen im Netz auszugleichen. Der fehlende Netzausbau von Nord- nach Süddeutschland führt dazu, dass aktuell Windstromanlagen im Norden abgeregelt werden und zugleich im Süden konventionelle Kraftwerke die Mehrheit des Stroms erzeugen.

„Das Pilotprojekt hat gezeigt, dass wir Elektromobilität in Zukunft nutzen können, um die stark vom Wetter abhängige erneuerbare Stromproduktion flexibel zu steuern. Das entlastet das Stromnetz und hilft uns, die teure Abregelung von Windanlagen zu begrenzen. Die kurzfristige Flexibilität, die die Elektromobilität uns so zur Verfügung stellt, kann den Netzausbau ergänzen und zu einem wichtigen Baustein der Energiewende werden“, sagt Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens.

„Nissan-Elektrofahrzeuge können an das Stromnetz angeschlossen werden und unterstützen die Übertragung und Verteilung von Strom. Sie können so dazu beitragen, das Stromnetz nachhaltiger und stabiler zu machen“, ergänzt Francisco Carranza, Geschäftsführer der Energieeinheit bei Nissan Europe.

Autor: Jonas Rosenberger

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