Markt für E-Autos kommt ins Rollen

Der globale Markt für Elektroautos legt im dritten Quartal 2018 stark zu. In Deutschland lässt der Durchbruch der Stromer jedoch weiter auf sich warten. Bild: Nissan

| von Werner Beutnagel

Die Zahl der Neuzulassungen summierte sich der Studie zufolge in China, den USA und auf den fünf wichtigsten europäischen Märkten auf mehr als 1,7 Millionen Einheiten. Dies entspricht einem Wachstum von 48,1 Prozent. Im Vorjahr hatte das Wachstum im Fahrzeugsegment rund um alternative Antriebe bei 36,1 Prozent gelegen.

Besonders gefragt waren vollelektrische Fahrzeuge, bei denen die Neuzulassungen um 77 Prozent zulegen konnten. „Dieses Segment ist im bisherigen Jahresverlauf deutlich schneller gewachsen als der Gesamtmarkt elektrifizierter Fahrzeuge. Damit konnten reine Elektroautos ihren Marktanteil gegenüber den unterschiedlichen Hybriden weiter deutlich ausbauen“, kommentiert Felix Kuhnert, Global Automotive Leader bei PwC.

Dies gelte besonders für die USA, wo sich das Wachstum bei den Neuzulassungen vollelektrischer Fahrzeuge in den ersten drei Quartalen von 20,5 Prozent im Jahr 2017 auf 93,9 Prozent beschleunigte. Mit dieser Wachstumsquote überflügeln die Vereinigten Staaten sogar China, wo sich das Wachstum auf einem hohen Niveau von 81,6 Prozent stabilisierte. Deutschland hinkt hingegen deutlich hinterher: Mit 55 Prozent halbierte sich der Zuwachs im bisherigen Jahresverlauf fast und fiel zudem spürbar niedriger aus als in den USA und China.

Hier sei im laufenden Quartal nicht mit Besserung zu rechnen, betont Christoph Stürmer, Global Lead Analyst von PwC Autofacts. „Es gelingt den Herstellern hierzulande noch nicht, die hohe Nachfrage nach Elektro-Fahrzeugen schnell genug zu bedienen.“ Dies werde sich jedoch im kommenden Jahr ändern, ergänzt Felix Kuhnert. „Dann werden endlich etliche Elektro-Autos der zweiten Generation verfügbar sein, die die heimischen Hersteller im Rahmen ihrer Elektromobilitätsoffensive seit Langem ankündigen.“ Dies dürfte dem Absatz einen kräftigen Schub geben.

Neben den Herstellern sei auch seitens der Politik mehr Initiative zur Förderung der Elektromobilität zu beobachten, so die Studieautoren. Unter anderem die angekündigten Steuervorteile für Elektro-Dienstwagen oder Investitionen in die Ladeinfrastruktur könnten demnach zu einer höheren Dynamik beitragen. „Steuervorteile und ein dichteres Netz an öffentlichen Ladestationen sind für viele Interessenten wichtige Argumente. Ebenso haben Energieversorger zunehmend das private elektrische Laden als Absatzpotential und Kundenbindungsinstrument entdeckt und arbeiten intensiv an innovativen Konzepten“, erklärt Christoph Stürmer.

Mit 206.624 abgesetzten batterieelektrischen Fahrzeugen bleibt China deutlich der Leitmarkt für E-Autos. Jenseits der Abnehmerschaft im eigenen Land hält sich der Reiz chinesischer E-Fahrzeuge für Privatkunden jedoch in Grenzen. „Die Modelle chinesischer Hersteller erfüllen die Erwartungen privater Käufer aus Industrieländern in der Regel noch nicht – zum Beispiel, was den Komfort und die Leistungsfähigkeit angeht“, erklärt Stürmer. Jedoch würden dortige Anbieter verstärkt in die technische Kompetenzen investieren. Interessanter seien Fahrzeuge aus chinesischer Produktion hingegen für Flottenkunden. Dies zeige zum Beispiel ein Pilotversuch in Frankfurt, wo ein Möbelhaus seinen Kunden neuerdings Elektro-Transporter aus China anbietet, um ihre Einkäufe nach Hause zu transportieren.

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