Fraunhofer entwickelt Bedienkonzepte für autonomes Fahren

Beim autonomen Fahrer wollen viele Fahrer dennoch die Möglichkeit haben, die Fahrt zu beeinflussen. Bild: Continental

| von Fabian Pertschy

Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft entwickeln das Fraunhofer IAO und das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart Bedienkonzepte für verschiedene Stufen des Automatisierten Fahrens. Das Forschungsprojekt „Vorreiter“ soll Nutzern die Kommunikation mit automatisierten Fahrzeugen ermöglichen sowie Komfort und Sicherheit steigern.

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt dient die Beziehung von Pferd und Reiter als Vorbild für die Beziehung von automatisiertem Fahrzeug und Mensch. Der Automation sollen Wünsche wie einem maschinellen Chauffeur mitgeteilt und diese umgesetzt werden, insofern dies regelkonform und sicher möglich ist. So soll das Fahrzeug etwa per Wunscheingabe zu einer Raststätte fahren und dort anhalten, ohne die vollautomatisierte Fahrt zu unterbrechen.

Die Eingabe kann unter anderem durch Drück-Impulse oder Streichgesten am Lenkrad sowie durch die Benutzung eines Joysticks realisiert werden. Letztere Bedienmethode eignet sich besonders für körperlich eingeschränkte Fahrer – allgemein legten die Projektbeteiligten den Fokus nicht nur auf Kunden des Massenmarkts, sondern auch auf Fahranfänger sowie ältere und behinderte Menschen.

Die Idee, Manöverwünsche mittels Streichgesten zu kommunizieren, kam Projektleiter Frederik Diederichs während technischer Schwierigkeiten mit dem Lenksystem im Fahrsimulator: „Ich ahmte die Lenkbewegung als Streichgeste über das Lenkrad nach und wünschte mir kapazitive Sensorik im Lenkradkranz, die dieses Streicheln erspüren könnte.“ Gebaut wurde das „fühlende Lenkrad“ schließlich vom Industriepartner Valeo.