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Mit einem neuen Reinigungssystem möchte Ford die Sensoren für autonome Fahrfunktionen vor Schmutz schützen. Bild: Ford

| von Andreas Reinshagen

In den letzten Jahren hat Ford dazu zahlreiche Experimente durchgeführt, um sicherzustellen, dass selbstfahrende Fahrzeuge ihr Umfeld jederzeit korrekt erfassen können – saubere Linsen sind hierfür zwingend notwendig. Während der Erprobung wurde beispielsweise Schmutz und Staub auf die Fahrzeugsensoren gesprüht, die Sensoren mit Wasser überschüttet, um Regen zu simulieren oder sogar synthetischer Vogelkot auf Kameralinsen geschmiert. Im Idealfall träfen erst gar keine Insekten auf die Sensoren, heißt es von Ford. Bestmöglichen Schutz vor Insekten benötigt in erster Linie das sogenannte „Tiara“ – das Modul, das aktuell auf allen selbstfahrenden Fahrzeugen von Ford aufgebaut wird und Sensoren und Radartechnologie enthält. Ford hat bereits rund 50 Patente im Zusammenhang mit Reinigungs- und Konstruktionssystemen für autonome Fahrzeuge eingereicht. Während der Fahrt wird das Tiara-Modul durch verschiedene Schlitze in der Nähe des Kameraobjektivs kontinuierlich entlüftet. Dadurch entsteht ein kräftiger Luftstrom, der die Insekten vom Sensor selbst ablenkt. „Es ist, als würde man den Kurs eines Asteroiden ändern, der sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindet“, sagt Venky Krishnan, Supervisor Autonomous Vehicle Systems bei Ford.

Die Methode soll laut Herstellerangaben erfolgreich sein. Bei Käfern sollen Tests zum Beispiel gezeigt haben, dass der Luftstrom die überwiegende Mehrheit von ihnen erfolgreich von den Sensoren ablenkt. Dennoch war diese Lösung zunächst offenbar nicht perfekt, da nicht alle Insekten vollständig vom Luftstrom erfasst werden konnten. Es musste zusätzlich eine Methode entwickelt werden, um die Sensoren bei Bedarf zu reinigen. „Unser Reinigungssystem ist vollständig in das Tiara-Modul integriert und verfügt über moderne Waschdüsen, die Sensoren und Kameralinsen mit einer speziellen Reinigungsflüssigkeit besprühen können“, fügt Venky Krishnan hinzu. „Um einen weiteren Vergleich zu bemühen, es ist, als ob eine Reinigungskraft jeden einzelnen Sensor persönlich betreut“. Nach dem Sprühvorgang trocknet das Tiara von selbst. Es gibt Luft durch einen Schlitz frei, der Oberflächen schnell von Feuchtigkeit befreit. Ford hat die Wirksamkeit dieses Systems erfolgreich getestet haben, heißt es. Mit einem der autonomen Fahrzeuge wurden beispielsweise Teile der weiten Wälder im Westen des US-Bundestaates Michigans durchquert, um zu sehen, wie das Reinigungssystem auf Schwärme von Käfern reagierte. Die dritte Generation der selbstfahrenden Ford-Versuchsfahrzeuge, die in Detroit, Pittsburgh, Miami und Washington, D.C., bereits im realen Straßenverkehr getestet werden, sind mit diesem Reinigungssystem ausgestattet.

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