E-Mobility braucht neue Geschäftsmodelle

Für den Erfolg der Elektromobilität sind neue Geschäftsmodelle unerlässlich. Bild: Vattenfall

| von Yannick Tiedemann

Niemand bezweifelt mittlerweile, dass neue Antriebsformen in Zukunft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sein werden. Für den Erfolg der Elektromobilität braucht es indes ein Ökosystem aus spezifischen Dienstleistungen und neuen Geschäftsmodellen. Das unterstreicht auch eine Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, für die 98 Anbieter im Bereich Elektromobilität in Deutschland, darunter Dienstleistungs-, IT- und produzierende Unternehmen, befragt wurden. Die Studie ist Teil des Forschungsprojekts „Dienstleistungen für Elektromobilität: Förderung von Innovation und Nutzerorientierung (DELFIN)“. 

So geben 62 Prozent an, bereits Dienstleistungen im Bereich E-Mobility anzubieten. Darunter fallen beispielsweise Beratungsdienstleistungen, ladebezogene Dienstleistungen, Flottenmanagement, intermodale Mobilität, Carsharing, Fahrzeuginformationsdienstleistungen oder Abrechnungsmanagement. Für die Umsetzung solcher Angebote, so die Meinung von fast jedem dritten Unternehmen (30 Prozent), sei es notwendig, bestehende Geschäftsmodelle völlig neu zu definieren. Auch solche Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell nicht komplett auf neue Dienstleistungen umstellten, nennen Elemente, die sie neu definierten, um die Wertschöpfung zu sichern. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) gibt hier Prozesse und Aktivitäten an, die neu durchdacht werden müssen. Für Elektromobilitätsdienstleistungen konzentrieren sich 60 Prozent in erster Linie auf die Gestaltung von Prozessen.

Grundsätzlich ist sich die überwiegende Mehrheit der Unternehmen (81 Prozent) sicher, dass die Elektromobilität das Fortbewegungskonzept der Zukunft sei – . Dabei gehen knapp drei Viertel der Befragten laut Studie jedoch davon aus, dass sich Elektromobilität eher evolutionär als revolutionär in die Mobilitätsgewohnheiten einfügen wird. Trotz der positiven Sicht auf die Zukunft der Elektromobilität hält sich bei der Mehrheit (74 Prozent) die Meinung, dass Deutschland anderen Ländern derzeit hinterher hinkt. Der kürzlich eingeführten Kaufprämie für Elektroautos als alleiniges Instrument für den Durchbruch der Elektromobilität stehen 67 Prozent der Befragten skeptisch gegenüber, so die Studienautoren.

„Der Erfolg von Elektromobilität steht und fällt mit der nutzerseitigen Akzeptanz und ob der Markt die Angebote annimmt“, sagt Sabrina Lamberth-Cocca, Leiterin des Forschungsprojekts DELFIN. „Potenzielle Kunden müssen frühzeitig mitgenommen und nicht erst bei Markteinführung eines Elektromobilitätsangebots damit bildlich gesprochen ‚überfahren‘ werden.“

Dafür braucht es überzeugende Pionierarbeit: 70 Prozent der Befragten stimmen zu, dass sie im Rahmen der Markteinführung gegenüber Kunden Überzeugungsarbeit leisten mussten und 69 Prozent stellen fest, dass sie mit der Einführung der Elektromobilitätsdienstleistung unter den Ersten am Markt waren. Derweil bleiben den Fraunhofer-Forschern zufolge die Umsatz- und Gewinnziele wie auch der angestrebte Marktanteil bei vielen Firmen hinter den Erwartungen zurück. Anders die Einschätzung beim Thema Kundenzufriedenheit: 94 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass die Erwartungen an ihre Dienstleistung hinsichtlich Kundenzufriedenheit erfüllt oder sogar übererfüllt wurden.

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