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Peter Wambsganß: „Unserer Ansicht nach beginnt mit der Markteinführung des BMW530e iPerformance der Markhochlauf induktiver Ladesysteme“

| von Yannick Tiedemann

carIT: Herr Wambsganß, BMW hat angekündigt, ab Juli im BMW 530e iPerformance eine vollintegrierte Lösung zum induktiven Aufladen des Plug-in-Hybrid Modells anzubieten. Beginnt nun der Markthochlauf entsprechender Systeme?

Unserer Ansicht nach beginnt mit der Markteinführung des BMW530e iPerformance der Markhochlauf induktiver Ladesysteme. Wir arbeiten weltweit mit führenden Automobilherstellern an der Integration von induktiven Ladesystemen in deren Roadmap. Weitere Markteinführungen werden im Laufe der nächsten 5 Jahre kommen. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Sicherstellung von Interoperabilität durch Normierung. Die aktuellen Systeme sind proprietäre Lösungen der jeweiligen Hersteller. Interoperable Systeme hingegen ermöglichen das Laden von Fahrzeugen auf jeder standardkonformen Ladeplatte. Die Standardisierung ist in vollem Gange und gilt als Schlüssel zu einem Volumenmarkt.

Anbieter wie Qualcomm erproben derzeit Systeme, das Fahrzeug während der Fahrt induktiv zu laden. Halten Sie es für realistisch, dass Normalverbraucher in absehbarer Zukunft in den Genuss derartiger Systeme kommen werden?

WiTricity hat derartige Systeme ebenfalls getestet. Aus unserer Sicht handelt es sich momentan um ein Forschungsthema, weit entfernt von der Kommerzialisierung. Die Investitionen für derartige Systeme sind erheblich und der Nutzen eher fraglich. Da ein PKW im Durchschnitt mehr als 90 Prozent der Zeit stillsteht, ist, zumindest aus meiner Sicht, das Laden in der Zeit, in der er nicht genutzt wird, sinnvoller und wirtschaftlicher.

Im Januar 2017 ist Witricity dem Standardisierungs-Projekt „STILLE“ beigetreten. Welche Fortschritte sind hier gemacht worden, welche zentralen Roadblocks bestehen noch?

Im STILLE-Projekt wurde gezeigt, dass induktive Ladesysteme verschiedener Hersteller grundsätzlich miteinander arbeiten können. Die in STILLE gewonnenen Ergebnisse sind für die bei SAE, ISO und IEC laufenden Standardisierungsprozesse von großer Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf Interoperabilität und Sicherheit.