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Mit einem neuen Ridesharing-Konzept adressiert Yanfeng die Mobilität von morgen. Bild: Yangfeng

| von Claas Berlin

Der chinesische Automobilzulieferer Yanfeng stellt sein Innenraum-Konzept für die Mobilität der Zukunft vor. Der XiM20 ist ein Smart-Cabin-Konzept, das die technischen Möglichkeiten für ein vollautonomes Ridesharing-Fahrzeug skizziert. Das Ziel der Entwicklung: ein ganzheitliches Mobilitätserlebnis für die Passagiere. „Der XiM20 ergänzt fortschrittliche Technologien und Produktinnovationen mit intuitivem Design, sodass den Nutzern autonomer Fahrzeuge von Mitfahrdiensten zukünftig ein Maximum an Flexibilität und Komfort zur Verfügung steht“, erklärt Tim Shih, Vice President Design and User Experience bei Yanfeng Technology.

Kabinenkonzept des XiM20 von Yanfeng. Bild: Yanfeng

Die smarte Kabine besteht aus zwei Bereichen, einem hellen Frontbereich und einem abgedunkelten Fond, der eher wie eine Lounge aufgebaut ist. Hier kann man sich zurückziehen und unbehelligt aufhalten, während die Passagiere auf den lichtdurchfluteten Vordersitzen die Aussicht genießen. Angelehnt ist die Idee an ein Kaffeehaus, in dem die Gäste entweder vorne an der Glasfront sitzen oder sich alternativ ins Innere des Cafés zurückziehen. Die Ausstattung des Ridesharing-Fahrzeugs hat es in sich: Vor den Vordersitzen befindet sich der so genannte SIS-Tisch (Smart-Interior-Surface), dessen Bedienoberfläche aus leichtem Naturholz besteht und als Kommandozentrale fungiert. Via SIS leiten die Passagiere die Fahrt ein und steuern wichtige Funktionen wie Temperatur, Navigation und Akustik. Dazu müssen sie lediglich die in das Holz eingelassenen Bedienelemente leicht berühren oder über die Oberfläche streichen. Ist das System inaktiv, sind die Funktionen nicht sichtbar. Der Clou: UV-Frequenzlicht schwenkt nach jeder Fahrt über die Oberflächen, um sie für die nächsten Mitfahrer zu desinfizieren. Für das akustische Wohlbefinden sorgt ein spezielles Soundsystem, das jeden Passagier in seine eigene Klangzone hüllt. Sensoren lokalisieren den Insassen und seine Bewegungen und passen den Sound über die Kopfstützen an die jeweilige Sitzposition an, ohne die anderen Mitfahrer zu behelligen – diese leben in ihrer eigenen Klang-Bubble.

Interaktive Oberflächen erlauben eine neue Form der Kommunikation. Bild: Yanfeng

Im hinteren Bereich der Kabine befinden sich die Passagiere in einer abgeschirmten Komfortzone, die komplett mit Stoff umrandet ist. Diese Area kann ebenfalls mit einigen Finessen aufwarten: Die Passagiere interagieren mittels einer in die Verkleidung integrierten Anzeigentechnologie mit der Umgebung und anderen Insassen. Das Bulletin-Board-System, ein intelligentes Infodisplay in der Decke, liefert während der Fahrt wichtige Informationen zur Route, eventuelle Aktualisierungen oder gar Benachrichtigungen. Alle Reisenden sind also stets über den aktuellen Stand der Fahrt informiert. Yanfeng erprobt in der Konzeptstudie obendrein ein neues Kühl- und Heizsystem, das die Luftmenge über eigens entwickelte, sehr schmale Lamellen steuert. Der Vorteil: Der Raumbedarf für das System ist sehr gering und der Luftstrom lässt sich sehr exakt steuern.

Wer eine Reise in dem XiM20 bucht, muss sich übrigens über berührungslose Handflächen-Scanner an der Außenseite des Fahrzeugs identifizieren. Ist der Check positiv, öffnen sich die Türen, die Reise kann beginnen.  Damit am Ende auch niemand etwas im Fahrzeug vergisst, sind die Ablagen mit einer Erinnerungsfunktion ausgestattet. Der XiM20 informiert seine Passagiere vor dem Aussteigen darüber, ob sie etwas in der Kabine vergessen haben. Die Zukunft kann beginnen.