Klassifizierung von Objekten mithilfe eines Fernbereichs-LiDARs.

Die hohe Auflösung des Fernbereichs-LiDAR soll die Klassifizierung von Objekten verbessern. Bild: Continental

| von Götz Fuchslocher

Continental hat einen Vertrag über eine Minderheitsbeteiligung an dem in Kalifornien ansässigen Lidar-Pionier AEye unterzeichnet. Ziel ist die Industrialisierung und Markteinführung der Technologie für automatisiertes Fahren auf SAE Level 3 oder höher im Pkw wie auch in Nutzfahrzeugen.

Wie Continental mitteilt, will man durch die Zusammenarbeit mit AEye die vorhandene Nahbereichs 3D Flash Lidar-Technologie ergänzen, die weltweit in Premiumfahrzeugen eines namhaften Fahrzeugherstellers als Teil des Systems für hochautomatisiertes Fahren Ende diesen Jahres Anwendung finden. Der 3D Flash LiDAR (HFL) stellt Continental zufolge einen Wendepunkt dar, denn bei ihm handele es sich um den ersten hochauflösenden Lidar-Sensor ohne bewegliche Komponenten weltweit, der in der Automobilbranche in Serie gehe.

AEye mit Sitz in Kalifornien hat eine Fernbereichs-Lidar-Technologie entwickelt, die einen 1550 Nanometer-Laser mit regelbarer Leistung mit einem patentierten, geregelten mikro-elektromechanischen System (MEMS) als Scanner verbindet. Diese Technologie lässt sich laut Continental über Software konfigurieren und damit auch für nahezu jedes Fahrzeugmodell und jede Anwendung optimieren. Das Lidar von AEye eigne sich ideal für Anwendungen in Personen- und Nutzfahrzeugen durch seine hohe dynamische räumliche Auflösung mit großer Reichweite. Erkannt werden Fahrzeuge in über 300 Metern Entfernung sowie Fußgänger in über 200 Metern Entfernung. Darüber hinaus werden auch kleine, schwach reflektierende Objekte, wie etwa Backsteine, sogar auf eine Distanz von 160 Metern noch mit mehreren Messpunkten erkannt. Continental werde diese Lidar-Technologie entsprechend den Anforderungen der Automobilindustrie industrialisieren, heißt es. Eine erste Serienproduktion soll Ende 2024 erfolgen.

Der Vorteil des Lidar-Sensors ist laut Continental eine zuverlässige 3D-Pixelerkennung mit hoher Auflösung. Im Nahbereich liefere die 3D Flash Lidar-Technologie sehr schnell und präzise 3D-Pixelbilder, weil sie die gesamte Szene mit dem Laserpuls auf einmal ausleuchte und komplett in einem Frame erfasse (Global Shutter-Technologie). Für die zuverlässige Erkennung von Objekten in großer Entfernung biete die agile 1550 Nanometer Lidar-Technologie eine bewährte Kombination aus per Software konfigurierbarer HD-Auflösung mit über 1600 Pixel pro Winkelquadrat und Erkennungsreichweiten jenseits von 300 Metern. Die AEye Lidar-Technologie auf Basis von MEMS bietet Continental zufolge eine enorm hohe Zuverlässigkeit und ermögliche beste Sensorleistung auch bei schwierigen Wetter- und Straßenverhältnissen.

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