China übernimmt bei E-Mobility die Führung

China übernimmt im aktuellen Ranking von Roland Berger die Führung in Sachen Elektromobilität. Bild: Denza

| von Pascal Nagel

China übernimmt im -Ranking der Beratungsgesellschaft Roland Berger im zweiten Quartal 2017 die Führungsposition vor den USA und Deutschland. Das Reich der Mitte punktet vor allem mit einem florierenden Markt für Elektroautos und der heimischen Produktion an batteriebetriebenen Fahrzeugen. 

„Chinas Aufstieg wird durch nationale Fördergelder und Zulassungserleichterungen gestützt“, erklärt Wolfgang Bernhart, Partner von Roland Berger. „Außerdem sehen wir auf dem chinesischen Markt viele technologiestarke Start-Ups, die sich mit ausreichend Kapital Schritt für Schritt im Premiumsegment etablieren.“

Der „Index Elektromobilität“ vergleicht regelmäßig die relative Wettbewerbsposition der sieben Automobilnationen Deutschland, Frankreich, Italien, USA, Japan, China und Südkorea im Bereich der Elektromobilität. Die Länder werden nach den Indikatoren Technologie, Industrie und Markt bemessen.

Deutschland ist laut der Analyse von Roland Berger nur im Bereich der Technologie vorn im Ranking zu finden: Lediglich Frankreich weist einen etwas besseren Index-Wert (2,6; Deutschland: 2,5) in diesem Feld auf. Im Industrie-Ranking findet sich Deutschland nur auf Platz vier. 

„Die großen deutschen Automobilhersteller produzieren mehr Elektroautos. Allerdings ist 2016 die ohnehin niedrige, lokale Zellfertigung in Deutschland komplett weggebrochen“, erklärt Alexander Busse, Consultant bei der an der Studie beteiligten Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen (fka).

Im Markt-Ranking erreicht Deutschland nur den vierten Platz mit rund 28.000 neu zugelassenen Plug-In Hybriden und rein elektrischen Autos im Jahr 2016 – dies entspricht gerade mal 0,8 Prozent am gesamten Fahrzeugmarkt. „Das gefährdet die von der Europäischen Union festgelegten Flottenemissionsziele, die Automobilhersteller nach 2021 erreichen müssen“, warnt Stefan Riederle, Experte von Roland Berger.