550 Meilen pilotiert vom Silicon Valley nach Las Vegas

550 Meilen pilotiert vom Silicon Valley nach Las Vegas – Audis Herzstück auf der CES 2015. Bild: Audi

| von Yannick Tiedemann

Nachdem bereits und Volkswagen ihre Innovationen auf der weltgrößten Elektronik-Messe CES präsentiert haben, schlägt auch Audi eine neues Kapitel der Digitalisierung und Vernetzung des Autos auf. Im Mittelpunkt der Vorstellung zahlreicher Produktneuheiten in Las Vegas steht dabei das pilotierte Fahren, Bedien- und Anzeigenkonzepte im TT und Q7, neue Infotainment-Elemente sowie neue Lösungen bei der Rundum-Vernetzung.

„Digitalisierung und Vernetzung auf allen Feldern sind die Megatrends der Gegenwart“, erklärt Ulrich Hackenberg, Vorstand für Technische Entwicklung bei Audi. „Das Auto wird zum „mobile device“ auf vier Rädern. Connectivity ist der Schlüssel für die Zukunft und ein entscheidendes Feld unserer Entwicklungsarbeit.“

Wie in den letzten Wochen und Monaten gesehen, ist das liebste Kind der Ingolstädter ohne Frage das pilotierte Fahren. Nachdem im Oktober 2014 ein Audi RS 7 fahrerlos den Grand Prix‑Kurs in Hockenheim umrundet hat, beweist Audi nun in Kalifornien, dass das pilotierte Fahren auch Straßenverkehr-tauglich ist: Der Audi A7 piloted driving concept, mit zahlreichen Serien- und seriennahen Sensoren ausgerüstet, fährt von Stanford im Silicon Valley über Bakersfield nach Las Vegas zur CES. Dazu trägt das zentrale Fahrerassistenzsteuergerät (zFAS) bei, das Informationen der Sensoren zu einem detaillierten Bild der Fahrzeugumgebung verarbeitet. Über die Online-Verbindung von Audi connect fließen diese Daten zukünftig zu einem IT‑Backend in der Cloud. Dort werden sie mit Algorithmen des Machine Learning und der künstlichen Intelligenz aufbereitet und gelangen zurück ins Auto. Auf diese Weise soll das Auto während der Fahrt permanent dazu lernen, um seine Performance in komplexen Situationen permanent zu verbessern, heißt es bei den Ingolstädtern.

Wie BMW prescht auch der Hersteller mit den vier Ringen im Bereich neuartiger automobiler Lichttechnologien vor. Im Editions-Modell R8 LMX bietet Audi ein Laserfernlicht an, dessen Reichweite mehrere 100 Meter betragen soll. Darüber hinaus präsentiert die Marke auf der CES die Audi Matrix Laser‑Technologie – ein Laserlicht, das die ganze Straße hochauflösend und fein geregelt ausleuchtet. Das neue Baustellenlicht, das sich im übrigen auch im Portfolio des bayerischen Konkurrenten wiederfindet, wirft zwei betont helle Lichtstreifen auf die Straße und visualisiert damit die Breite des Autos.

In Sachen Bedienung und Anzeige setzt der Ingolstädter OEM auf Innovationen im neuen Audi TT und im kommenden Audi Q7. Im Fokus steht dabei Audis Interpretation eines virtuellen Cockpits: Ein volldigitales Kombiinstrument mit 12,3 Zoll großem TFT‑Monitor soll alle Informationen in aufwendig gerechneten 3D‑Grafiken darstellen und den Fahrer zwischen verschiedenen Ansichten wählen lassen. Das Audi virtual cockpit nutzt dabei die Leistung des T 30‑Grafikprozessors von Kooperationspartner Nvidia. Für eine vereinfachte Bedienung wurden der TT und der neue Q7 mit MMI‑Terminals ausgestattet, die einer völlig neuen Bedienlogik folgen: Sie soll sich am Konzept moderner Smartphones orientieren, das auf unübersichtlich verzweigte Menübäume verzichtet. Zur Steuerung der zahlreichen Funktionen – darunter Telefon, Radio, Media und Navigation – stehen vier Elemente bereit: der traditionelle Dreh-/Drück-Steller, das Multifunktionslenkrad, eine natürliche Sprachbedienung, die auch Begriffe aus dem alltäglichen Sprachgebrauch verarbeitet, und ein Touchpad für die Eingabe von Zeichen und Mehrfinger-Gesten.

Die Fahrzeugvernetzung läuft bei Audi unter dem Begriff Audi connect und fasst alle Anwendungen und Entwicklungen zusammen, die das Auto mit dem Fahrer, dem Internet, der Infrastruktur und mit anderen Fahrzeugen verbinden. Der zentrale Hardware-Baustein, das Modul Audi connect, soll das Auto auf dem aktuell schnellsten Übertragungsstandard LTE mit dem Internet verbinden. Für die Beifahrer bietet er einen WLAN‑Hotspot, an den sie ihre mobilen Geräte koppeln können, für den Fahrer bringt er angepasste Online-Dienstleistungen aus dem Portfolio von Audi connect ins Auto. Im neuen Audi Q7 kommen weitere Dienste hinzu, unter ihnen das Audi smartphone interface. Je nachdem, ob der Kunde ein iOS- oder Android‑Handy anschließt, soll es die Plattformen Apple Car Play oder Android Auto auf den MMI‑Monitor holen.

Beim Infotainment präsentiert Audi auf der CES ebenfalls einige Neuheiten, wie beispielsweise in der Audi phone box im neuen Q7, die zur Kopplung des Smartphones dient, zu sehen ist: Sie kann jetzt geeignete Mobiltelefone nach dem Qi‑Standard induktiv laden. Das Audi tablet, das seine Premiere im neuen Q7 feiert, dient mit seinem aktiven 10,1‑Zoll‑Display dem mobilen Rear Seat Entertainment. Im Auto koppelt es sich über WLAN an das bordeigene Infotainment- und Navigationssystem an. Die Besonderheit des Audi tablet liege dabei in seiner Robustheit, sodass es speziell für den Einsatz im Auto geeignet sei, heißt es bei Audi.

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