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E-Autos werden auch künftig keine Bosch-Batteriezellen in sich tragen. Bild: Bosch

| von Yannick Polchow

Aus wirtschaftlichen Gründen habe sich der größte deutsche Zulieferer gegen eine eigene Zellfertigung entschieden, heißt es aus Stuttgart. Man strebe zwar die Marktführerschaft in dem ab 2020 entstehenden Massenmarkt für Elektromobilität an, für dieses Ziel wolle man jedoch weiterhin auf den Zukauf von Batteriezellen setzen. 

„Für Bosch ist es wichtig, die Zelle technisch zu verstehen, fertigen müssen wir sie nicht“, sagt Rolf Bulander, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions. Die wirtschaftliche Prüfung habe ergeben, „dass die Investition in eine Industrialisierung von sowohl weiterentwickelten als auch künftigen Zelltechnologien zu risikobehaftet ist.“ Allein die Anfangsinvestition in eine wettbewerbsfähige und marktrelevante Fertigung beliefe sich auf gut 20 Milliarden Euro, hätten Berechnungen ergeben. Zu den hohen Anfangsinvestitionen kämen Betriebskosten in Milliardenhöhe, so Bosch.

Für den schwäbischen Zulieferer bleibe die derzeitige E-Mobility-Strategie bestehen: Die Energieeffizienz von Elektrofahrzeugen erhöhen, durch System-Know-how alle Komponenten des Antriebsstrangs intelligent verbinden und Elektromobilität durch standardisierte Komponenten skalierbar und bezahlbar machen.

Die Entscheidung hat dementsprechend Konsequenzen für Boschs Forschung: Sämtliche Aktivitäten zur Bewertung einer eigenen Zellfertigung würden beendet, heißt es. Darüber hinaus kündigte Bosch das Ende des im Bereich der Lithium-Ionen-Technologie tätige Gemeinschaftsunternehmens Lithium Energy and Power GmbH & Co. KG (LEAP) sowie die Veräußerung des im Bereich der Festkörperzell-Technologie forschenden Tochterunternehmens Seeo an.

Seine in den vergangenen Jahren aufgebaute Expertise im Bereich Batteriezellforschung würden in einem Kompetenzzentrum zusammengefasst, erklärt der Zulieferer. Die bisher in der Forschung tätigen Mitarbeiter sollen sich künftig auf Batteriemanagementsysteme und 48-Volt-Batteriesysteme konzentrieren.