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Die neuen Siliziumkarbid-Halbleiter werden im Werk in Reutlingen produziert. Bild: Bosch

| von Fabian Pertschy

Im Vergleich zu den bis dato eingesetzten Siliziumhalbleitern haben Siliziumkarbid-Chips (SiC) eine bessere elektrische Leitfähigkeit. Mikrochips aus diesem Material ermöglichen höhere Schaltfrequenzen und sorgen dafür, dass 50 Prozent weniger Energie in Form von Wärme verloren geht. “Siliziumkarbid-Halbleiter bringen mehr Power in elektrische Antriebe. Für Autofahrer bedeutet das sechs Prozent mehr Reichweite“, erklärt Bosch-Geschäftsführer Harald Kröger. Alternativ können Automobilhersteller auch die Batterie bei gleichbleibender Reichweite verkleinern und damit auch den Preis der Fahrzeuge senken.

Die neuen Halbleiterchips für die Schaltzentrale von Elektro- und Hybridfahrzeugen produziert Bosch in Reutlingen. Ziele der neuen Lösungen sind bessere Werte bei Schaltgeschwindigkeit, Wärmeverlusten und Baugröße. Die angestrebten Vorteile resultieren aus zusätzlichen Kohlenstoffatomen, welche in die Kristallstruktur des sonst zur Herstellung von Halbleitern eingesetzten hochreinen Siliziums eingebracht werden. Die Leistungselektronik kann damit effizienter arbeiten, womit mehr Energie für den Antrieb zur Verfügung steht.

Mit der neuen Technologie begegnet Bosch einem der größten Kaufhindernissen für Elektroautos: Nahezu jeder zweite Konsument (42 Prozent) kauft aufgrund der geringen Reichweite kein Elektrofahrzeug. In Deutschland trifft dies laut dem Consors Finanz Autobarometer 2019 sogar auf 69 Prozent der Konsumenten zu. Für die Zukunft bringen die Siliziumkarbid-Halbleiter noch weitere Einsparpotenziale: Durch die geringeren Wärmeverluste und die höheren Betriebstemperaturen kann die aufwendige Kühlung der Antriebskomponenten reduziert und somit Gewicht und Kosten von Elektrofahrzeugen gemindert werden.

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