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Niklas Fichtmüller, Leiter Gesamtfahrzeug und Qualitätsmanagement im BMW-Werk Dingolfing erläutert Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler die Messtechnik in einem Testfahrzeug. Bild: BMW

| von Fabian Pertschy

Das BMW-Werk Dingolfing, die Technische Hochschule Deggendorf und die Deggendorfer Firma b-plus bündeln beim autonomen Fahren ihre Kräfte für den im Jahr 2021 geplanten Produktionsstart des BMW iNEXT. In dem zwei Millionen Euro teuren Forschungsprojekt „iAATG“ wollen sie gemeinsam Methoden zur Absicherung hochautomatisierter Fahrfunktionen entwickeln. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben wird laut Aussagen des bayrischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger mit 800.000 Euro gefördert.

Bei dem Projekt soll zum einen eine Vielzahl von Fahrzeugvarianten und Ausstattungsoptionen des BMW iNEXT auf mögliche Wechselwirkungen mit der Sensorik analysiert werden. „Hierfür bringen wir Algorithmen auf Basis künstlicher Intelligenz zum Einsatz, die in der Lage sind, relevante Muster in großen Datenmengen zu erkennen“, erklärt Prof. Thomas Limbrunner von der Technischen Hochschule Deggendorf die Vorgehensweise, um Identifikation und Analyse möglicher Funktionseinschränkungen bei bestimmten Ausstattungskombinationen zu bestimmen.

Zum anderen sollen in einem zweiten und dritten Teilprojekt innovative Testmethoden entwickelt werden. So ist etwa eine „Testbox“ geplant, die in Erprobungsfahrzeugen verbaut und dadurch bestimmte Umweltszenarien wie Hindernisse auf der Straße erproben soll. „Durch diese Simulationen können selten auftretende Situationen erzeugt sowie Reaktionen und Funktionsweisen eines Fahrzeugs effizient überprüft werden“, erläutert b-plus Projektleiter Bernhard Pfeffer. Ähnliche Verfahren sollen ebenfalls kontrollieren, ob Informationen aus der Cloud des Herstellers – etwa Verkehrs- oder Wetterhinweise – adäquat verarbeitet werden.

Die entwicklungsseitige Absicherung einzelner Bauteile oder Fahrzeugfunktionen soll auf dem Autonomous Driving Campus der BMW Group in Unterschleißheim erfolgen und durch die systematische Anlauf-Absicherung auf Gesamtfahrzeug-Ebene im Produktionswerk Dingolfing ergänzt werden. Dies habe laut BMW den Vorteil, eine größere Anzahl und Vielfalt an Fahrzeugen für Tests zur Verfügung zu haben.

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