Autonomes Fahren wird immer beliebter

Die Skepsis potentieller Nutzer gegenüber autonomen Fahrzeugen werde im nächsten Jahrzehnt deutlich zurückgehen, prognostiziert eine Studie des Capgemini Research Institute. Bild: ZF.

| von Werner Beutnagel

Bis 2029 sollen der Analyse zufolge sogar 62 Prozent ein selbstfahrendes Auto präferieren. Die Aussagen beruhen auf einer Befragung von Nutzern in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden, den USA und China. In Deutschland würden demnach nur 17 Prozent der Befragten in ein autonomes Fahrzeug einsteigen, in zehn Jahren sei jedoch auch hier mit einer Zustimmung von 61 Prozent zu rechnen, in China werde der Wert sogar 72 Prozent betragen.

59 Prozent aller weltweit und 65 Prozent der in Deutschland befragten Verbraucher blicken mit Vorfreude auf das Thema autonomes Fahren, so die Studie weiter. Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) ist außerdem bereit, bis zu 20 Prozent mehr für ein autonomes Fahrzeug zu bezahlen als für ein Standardmodell. Als positive Effekte sehen die Befragten eine bessere Kraftstoffeffizienz (73 Prozent), geringere CO2-Emissionen (71 Prozent) und Zeitersparnis (50 Prozent).

Rund die Hälfte der Befragten wäre damit einverstanden, dass autonome Fahrzeug für sie Besorgungen machen oder Freunde und Familienmitglieder transportiert, die selbst nicht fahren können. Jeder zweite erwartet zudem, mit Hilfe autonomer Autos Zeit zu sparen, die für andere Aktivitäten genutzt werden kann.

Bedenken äußern die Befragten hingegen, wenn es um die Sicherheit von Fahrzeugen und Systemen geht (73 beziehungsweise 72 Prozent). Eine wesentliche Hürde sehen 71 Prozent zudem darin, dass autonome Fahrzeuge bei plötzlich auftretenden Zwischenfällen falsch reagieren könnten.

„Auch wenn das autonome Fahren bei den Verbrauchern mehrheitlich positive Emotionen hervorruft, besteht dennoch auch ein gewisses Maß an Unsicherheit und Besorgnis. Automobilunternehmen müssen die Erwartungen und Ängste ihrer zukünftigen Kunden berücksichtigen, wenn sie autonome Fahrzeuge auf den Markt bringen. Statt einer starken Produktorientierung sollten sie verstärkt Services und die Bedürfnisse der Kunden in den Vordergrund stellen“, sagt Rainer Mehl, weltweiter Leiter des Automotive und Mobility-Geschäfts von Capgemini Invent.

Automobilunternehmen müssen laut der Studie vier konkrete Handlungsempfehlungen beherzigen: Einerseits müsse die Kommunikation mit Kunden transparent gestaltet werden, andererseits sei es zwingend nötig, deren Erwartungen zu verstehen und zu steuern. Zudem sind Autohersteller angehalten, in Software zu investieren und entsprechende Kompetenzen aufzubauen. Zuletzt müsse rund um das autonome Fahrzeug in Kooperation mit Technologie-, Content-, und Handels-Playern ein Ökosystem aus Services erschaffen werden.

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