| von Gert Reiling

„Querkraftfreies Fahren“ ist das Zauberwort, durch das verschüttete Getränke oder Übelkeit im Auto der Vergangenheit angehören: Autobauer Audi arbeitet derzeit an einem System, mit dessen Hilfe sich das Fahrzeug gewissermaßen in die Kurve legt.

Jeder kennt die auf den Körper wirkenden Querkräfte, egal, ob man mit dem Auto oder dem Zug in die Kurve fährt. Radfahrer könnten ohne entsprechende Neigung von Körper und Maschine einen Kurvenradius gar nicht erst durchfahren. Mit der Neigeposition wirkt man auftretenden Querkräfte entgegen.

Bei der Deutschen Bahn rollen bereits Züge mit entsprechender Neigetechnik, die den Fahrkomfort erhöhen sollen. Jetzt haben sich Audi-Ingenieure der Herausforderung gestellt, einen Prototypen mit eben solcher Neigetechnik zu entwickeln, mit dem die Fahrzeuginsassen unmerklich durch Kurven gleiten. Dazu neigt sich das Fahrzeug aktiv in die Kurve, auf die Insassen wirken keine Querkräfte mehr.

Der Clou: Musste bei bisherigen Neigefahrzeugen die Querbeschleunigung erst gemessen werden, ehe die Neigung eingeleitet wurde, nutzt das neue System die Videokamera der Fahrerassistenzsysteme zum Messen des Straßenverlaufs. So weiß das Fahrzeug schon vor Kurveneinfahrt, wie stark es sich neigen muss, um die Querkräfte zu kompensieren.

Für die Reisenden liegen die Vorteile eines solchen Systems auf der Hand: Dadurch, dass der Körper die in den Kurven auftretenden Kräfte nicht mehr ausgleichen muss, bleibt er entspannt. Vermeiden lässt sich die vor allem beim Lesen auftretende Reisekrankheit, denn das Empfinden des ruhig in der Hand liegenden Buches deckt sich mit dem erfühlten Bewegungsablauf während der Fahrt, weil Querkräfte eliminiert wurden. Schließlich bleibt auch der Kaffee dort, wo er hingehört – im Becher.

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