Audi Q7

Unebener Untergrund könnte sich für Audi-Fahrer bald lohnen: Der OEM zeigt eine Technologie zur Rückgewinnung von Energie über die Stoßdämpfer. Bilder: Audi

| von Pascal Nagel

Gerade für Hybrid-Fahrzeuge spielt die Rückgewinnung von Energie eine immer größere Rolle. Audi hat nun einen Prototypen vorgestellt, der mit einem elektromagnetischen Rotationsdämpfer, dem „eROT“, ausgestattet ist. Im neuartigen Fahrwerk ersetzen horizontal liegende Elektromotoren die hydraulischen Teleskopdämpfer.

„Jedes Schlagloch, jede Bodenwelle, jede Kurve bringt Bewegungsenergie ins Auto, die in den aktuellen Dämpfern aufgenommen und in Form von Wärme verloren geht“, so Audis Entwicklungschef Stefan Knirsch. „Mit dem neuen elektromechanischen Dämpfersystem im 48-Volt-Bordnetz machen wir uns diese Energie nun zunutze. Zusätzlich haben wir und unsere Kunden ganz neue Möglichkeiten der Fahrwerksregelung.“

Das Dämpferkennfeld des eROT-Systems lässt sich durch den neuen Aufbau über eine Software weitgehend frei definieren. So könne sich die Dämpfung noch besser an Fahrbahnunebenheiten und dem Fahrstil des Fahrers anpassen, heißt es bei Audi. Das Fahrwerk kann zudem die kinetische Energie während des Ein- und Ausfederns in Strom umwandeln. Dafür werden die Bewegungen des Radträgers von einem Hebelarm aufgenommen. Dieser überträgt die Bewegungen über ein Getriebe auf eine E-Maschine, die sie in Strom umwandelt.

Die Rekuperationsleistung betrage im Testbetrieb auf deutschen Straßen im Mittel 100 bis 150 Watt – von drei Watt auf einer frisch asphaltierten Autobahn bis zu 613 Watt auf einer holprigen Nebenstraße. Im Kundenfahrbetrieb entspreche dies einer CO2-Ersparnis von bis zu drei Gramm pro Kilometer, so die Ingolstädter. Die ersten Testergebnisse der eROT-Technologie seien vielversprechend und ein zukünftiger Serieneinsatz in Audi-Modellen durchaus denkbar, heißt es.