Audi e-tron

Virtuelle Unterhaltungsangebote sollen Mitfahrer auf der Rückbank bei Laune halten. Bild: Audi

| von Claas Berlin

Über eine Tochtergesellschaft hat der Ingolstädter Premium-OEM das Startup Holoride aus der Taufe gehoben, welches die VR-Unterhaltungsform über eine offene Plattform kommerzialisieren wird. Die Plattform soll künftig allen Autoherstellern und Content-Entwicklern zur Verfügung stehen.

Der Autobauer bietet diese neue Technologie mit einem Raumschiff-VR-Erlebnis von Disney Games und Interactive Experiences im Audi e-tron an. Die virtuellen Inhalte des Spiels werden dabei in Echtzeit an die Fahrzeugbewegungen angepasst. Fährt das SUV beispielswiese eine enge Kurve, so umkreist der Spieler in der virtuellen Realität ein gegnerisches Raumschiff. Beschleunigt der Fahrer, beschleunigt auch das Raumschiff im Spiel.

„Das virtuelle Erlebnis passt sich der realen Fahrt an“, erklärt Nils Wollny, Head of Digital Business Strategy & Consumer Experience bei Audi, im Rahmen der CES-Pressekonferenz der Ingolstädter. „Medienkonsum im Auto ist häufig ein Kompromiss. Wir haben zum ersten Mal ein Erlebnis geschaffen, das im Fahrzeug am besten funktioniert.“

Das Software Development Kit des Startups bildet dabei die Schnittstelle zu den Fahrzeugdaten und überträgt sie ins Virtuelle. So können Entwickler VR-Welten erschaffen, die im Auto erfahrbar werden. Auch herkömmliche Filme, Serien oder Präsentationen lassen sich nach Angaben Audis künftig mit einem viel geringeren Risiko für Reiseübelkeit betrachten, da visuelles und gefühltes Erlebnis synchron verlaufen.

Innerhalb der nächsten drei Jahre will Holoride die neue Unterhaltungsform mithilfe handelsüblicher VR-Brillen für Mitfahrer auf den Markt bringen. Mit dem weiteren Ausbau der Car-to-X-Infrastruktur könnte langfristig auch das Verkehrsgeschehen Teil des Erlebnisses werden: Stopps an der Ampel wären dann beispielsweise unerwartete Hindernisse in der Handlung.

Doch bei VR-Brillen während der Fahrt hören die Entertainment-Ideen der Audi-Entwickler nicht auf. Mit dem Projekt „Audi Immersive In-Car Entertainment“ zeigt der Premium-OEM, wie sich Impulse aus Filmszenen, etwa Explosionen, über das elektronische Fahrwerk auf das Auto übertragen lassen, während es steht.