5G erobert das Connected Car

Rund 16 Millionen Fahrzeuge werden bis 2030 mit 5G unterwegs sein, so eine PwC-Studie. Bild: Daimler

| von Werner Beutnagel

„Windschutzscheiben und Fenster als Großbildschirme, auf denen Filme in HD-Qualität laufen – solche Anwendungen werden wir in den kommenden Jahren durchaus in ersten Fahrzeugmodellen sehen“, erklärt Felix Kuhnert, Partner und Global Automotive Leader bei PwC. Bis 2030 sei mit einer Gesamtzahl von 16 Millionen verkauften Fahrzeugen mit 5G-Anbindung zu rechnen, so Kuhnert weiter. Aufgrund des hohen Reifegrades und der allgemeinen Verfügbarkeit von Connected Services würden sich Autohersteller jedoch bereits jetzt schwer damit tun, zusätzliches Geld zu verdienen. „Entscheidende Innovationen sind bei der Konnektivität nicht zu erwarten, ich rechne eher mit Weiterentwicklungen und einer auch in der Fläche verbesserten User Experience“, ergänzt Dietmar Ahlemann, Partner und Automobilexperte bei PwC Deutschland.

Fortschritte erwarten die Analysten auch beim autonomen Fahren. Zwar werde es noch etwa zehn Jahre dauern, bis vollautonome Fahrzeuge die urbanen Zentren erobern, bis dahin werde es jedoch für Verbraucher interessante Zwischenstufen geben. Bereits bis 2021 sollen einfache, bis zu 50km/h fahrende People Mover mit autonomen Funktionen auf Level 4 ausgestattet sein.

Gleichzeitig biete sich mit der zunehmenden Autonomie der Fahrzeuge auch immer mehr Freiraum für neue Innenraumkonzepte. „Für Pkw-Besitzer ergeben sich daraus intelligente Anpassungsmöglichkeiten, je nach Wunsch und Kontext kann das Fahrzeug der Arbeit, der Entspannung oder dem Entertainment dienen“, erklärt Dietmar Ahlemann. „Hier wird sich ein großes Potenzial auch für Sharing-Anbieter bieten, die sich in Kombination des autonomen Fahrens mit ihren Flottenmodellen auf bestimmte Innenraum-Nutzungen spezialisieren.“ Rund 47 Prozent der europäischen Nutzer wären bei weit verbreiteten und günstigen Angeboten bereit, zugunsten von Robo-Taxis auf das eigene Fahrzeug zu verzichten.