Smart Mobility wird zur globalen Goldgrube

Digitale Reiseplattformen werden zum Dreh- und Angelpunkt neuer Mobilität. Bild: GM

| von Claas Berlin

könnten bis zum Jahr 2040 ein Marktpotenzial von 200 Milliarden Euro entfalten – vier Milliarden davon allein in Deutschland. Ein Zugpferd der Entwicklung ist die stark wachsende Zahlungsbereitschaft für neue Mobilitätsdienste in Schlüsselländern wie China, den USA und Deutschland. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Strategieberatung Oliver Wyman.

Die Studienautoren zeichnen eine hohe weltweite Akzeptanz von intelligenter Mobilität. Über 80 Prozent der befragten Autofahrer äußern allein hierzulande die Bereitschaft, ihre Reisegewohnheiten zu ändern, um mithilfe smarter Dienstleistungen andere Verkehrsmittel zu nutzen. Auch in entgegengesetzter Richtung steigt die Wechselbereitschaft. Ebenfalls rund 80 Prozent der Nutzer des öffentlichen Verkehrs zeigen sich offen dafür, auf das Auto umzusteigen – smarte Dienstleistungen für die Reise vorausgesetzt. Eine wichtige Rolle dabei könnten autonome Fahrzeuge spielen, die sich derzeit in Tests bewähren sollen.

Grundsätzlich beobachten die Berater eine wachsende Bereitschaft, für neue Dienstleistungen rund um die Reiseorganisation zu bezahlen. Dabei ergeben sich im Ländervergleich jedoch deutliche Unterschiede. So sagen 97 Prozent der Chinesen, dass sie auch kostenpflichtige Services nutzen würden – aber erst 77 Prozent der Deutschen. „Die Aufgeschlossenheit der Europäer und Amerikaner wird sich auf diesem Gebiet noch weiter erhöhen“, prophezeit Sebastian Schambach, Berater bei Oliver Wyman und Co-Autor der Studie.

Noch nicht absehbar ist laut Studie, welche Unternehmen den Mobilitätsmarkt der Zukunft beherrschen werden. Besonders Chinesen und US-Amerikaner erwarten, dass große Digitalunternehmen wie Google die Führungsrolle übernehmen. Die Deutschen dagegen schreiben der Transportbranche die höchste Kompetenz für diese Services in hoher Qualität zu – auch im Hinblick auf Komfort und Sicherheit. Die Automobilindustrie, die bereits ihr Angebot in Richtung Mobilitätsdienste ausweitet, wird hingegen von den Befragten noch nicht als Treiber der Smart Mobility wahrgenommen.

„Wer das Rennen letztlich macht, ist derzeit völlig offen“, sagt Joris D‘Incà, Partner bei Oliver Wyman und Autor der Studie.. Um die eigene Plattform zum Erfolg zu führen, sei ein hoher Einsatz nötig: „Es gilt alles auf eine Karte zu setzen – auch wenn man dafür über seinen Schatten springen muss.“ Dazu gehöre auch, dass eine Bahnapp eine Busverbindung empfehle, wenn diese günstiger und schneller sei. „Nur wer den Mut hat, sich selbst zu kannibalisieren, kann in dem neuen Markt gewinnen.“