Zwei Carsharing-Fahrzeuge von Share Now stehen auf einem Parkplatz

Neue Mobilitätsangebote fristen häufig noch ein Nischendasein. Bild: Share Now

| von Claas Berlin

Im interdisziplinären Forschungsseminar „New Mobility“ testeten Studierende der DHBW Stuttgart in verschiedenen deutschen Großstädten sowie Amsterdam und Paris das Mobilitätsangebot von Stadtmobil, Share Now, Uber, Flixbus, Call a Bike, Lime, Stella und Blablacar. Im Fokus der Untersuchung standen etwa die Nutzerfreundlichkeit der Verkehrsmittel, technische Leistungsmerkmale und das Umweltbewusstsein der Nutzer. Dazu wurden insgesamt 2.100 Probanden befragt.

Nur etwa ein Drittel der Personen sehen laut den Studienautoren zukünftig eine tatsächliche Chance, moderne Mobilitätsangebote im eigenen Alltag zu nutzen. Als Hürde sehen viele Studienteilnehmer die begrenzte Verfügbarkeit der Mobility Player: So gab ein Drittel der Befragten an, sie hätten überhaupt keine Möglichkeit, die neuen Angebote zu nutzen.

„Wir konnten nachweisen, dass die meisten Mobilitätsformen grundsätzlich von den Probanden besser beurteilt wurden, wenn sie diese bereits genutzt haben. Das bedeutet, dass die Dienstleister ihr Kundenpotenzial in Zukunft nur dann voll ausschöpfen können, wenn sie die Skeptiker zum Testen bewegen können“, sagt Marc Kuhn, Leiter der Studie.

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Wahl des Verkehrsmittels ist das Vertrauen in die Fahrzeugsicherheit. Mehr als zwei Drittel der zu Stadtmobil und Share Now Befragten gaben an, sich in den Fahrzeugen sicher zu fühlen. Auch der Fernbusanbieter FlixBus schnitt hier überdurchschnittlich gut ab. Ein geringes Sicherheitsgefühl wird Call a Bike (35 Prozent), dem E-Roller-Anbieter Stella (35 Prozent) und den E-Scootern von Lime (22 Prozent) zugeschrieben – alles Mobilitätsangebote, bei denen ein geschützter Raum um den Nutzer herum fehlt.

Auf die Frage nach Vertrauen und Verlässlichkeit hat das klassische Carsharing-Angebot von Stadtmobil gegenüber Freefloatern wie Share Now die Nase vorn; im Langstreckenverkehr schneidet Flixbus gegenüber Blablacar im Aspekt der Verlässlichkeit etwas besser ab.

Hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit wurden die Leihfahrräder von Call a Bike hervorgehoben: 90 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass sie damit umweltfreundlich ihr Ziel erreichen würden. Positiv wurden zudem FlixBus (66 Prozent), Stella (65 Prozent) und Share Now (62 Prozent) bewertet. Schlusslicht mit deutlichem Abstand ist Uber, dem nur 20 Prozent der Befragten einen nachhaltigen Wert für die Umwelt zuschreiben.