Mobilitätswandel verunsichert Zulieferer

Die Elektromobilität wirkt sich massiv auf das Geschäft der Automobilzulieferer aus. Bild: RWE

| von Claas Berlin

Für die Automobilzulieferer steigt der Druck, das eigene Geschäftsmodell zu verändern. Denn nicht nur die , auch die Trends Shared Mobility, autonomes Fahren und Digitalisierung zeigen immer stärker ihre disruptive Wirkung. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Managementberatungsunternehmen Roland Berger und Lazard.

So konnten die Automobilzulieferer in diesem Jahr ihren Umsatz gegenüber 2016 nochmals um 3 Prozent steigern; ihre durchschnittliche EBIT-Marge verharrte mit rund 7,3 Prozent auf dem Vorjahresniveau. Allerdings zeigt der globale Automobilmarkt in einigen Regionen bereits gegenläufige Trends. So dürfte die Zahl der in Nordamerika produzierten Pkw und leichten Nutzfahrzeuge 2017 um 3 Prozent sinken – auf 17,4 Millionen Fahrzeuge.

„Die derzeit noch positive Marktlage spiegelt sich in Unternehmensbewertungen wieder, die in der Zulieferbranche aktuell immer noch über dem historischen Durchschnitt liegen“, sagt Christof Söndermann, Direktor bei Lazard. „Allerdings sorgt der sich durch die Megatrends abzeichnende Wandel bereits für erhebliche Unsicherheit in nahezu allen Bereichen der Zuliefererindustrie.“

Besonders die Kernthemen Elektromobilität und autonomes Fahren könnten diesen Wandel vorantreiben. Die Studienautoren gehen davon aus, dass der prozentuale Anteil von E-Autos an den Neuzulassungen in Europa bis 2025 etwa ein Drittel betragen wird. In China könnten es sogar bis zu 47 Prozent werden. Gleichzeitig wurden auch die technologischen und gesetzlichen Voraussetzungen für selbstfahrende Autos in vielen Ländern geschaffen. So könnten Fahrzeuge in den oberen Autonomiestufen in 15-20 Jahren einen substanziellen Marktanteil erreichen – möglicherweise bis zu 25 Prozent weltweit.

Für die Automobilzulieferer bedeuten diese Entwicklungen langsameres Wachstum, schnelleren technologischen Fortschritt, Software als Differenzierungsfaktor und steigenden Druck auf Anbieter standardisierter Komponenten. „Der Wandel zwingt die Zulieferer, gleichzeitig in alte und neue Technologien zu investieren“, sagt Felix Mogge, Senior Partner bei Roland Berger. „Das ist für die meisten Zulieferer ein erheblicher finanzieller Kraftakt mit offenem Ausgang. Denn zeitgleich sinken die Margen vieler Produkte. Andererseits bietet etwa die voranschreitende Digitalisierung auch neue Geschäftschancen.“