Bis zu fünf kleine und leichte Elektrofahrzeuge werden in einem Ducktrain gekoppelt und zu einem Zug vereint

„Insbesondere in Innenstädten und dicht besiedelten Gebieten brauchen wir neue Konzepte, um die Verkehrs- und auch die Umweltbelastung zu senken“, sagt Kai Kreisköther, Verkehrsexperte und Geschäftsführer des Aachner Startups Ducktrain. Bild. Ducktrain

| von Götz Fuchslocher
Auf einen sogenannten Duck passt genau eine Europalette
Die sogenannten Ducks fassen laut dem Startup genau eine Europalette und sollen problemlos 300 Kilogramm und mehr transportieren. Bild: Ducktrain

Ein Konzept, das sich nicht nur für Post- und Paketlieferungen, sondern auch für Speditions-Anwendungen eignen soll, hat man beim Aachener Startup Ducktrain vor Augen. Nicht nur, dass immer mehr Menschen ein Auto besitzen, zusätzlich würden 3,5 Milliarden Post- und Paketlieferungen jedes Jahr die Straßen überlasten, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des Unternehmens. Gemäß einer Prognose sollen es bis 2023 sogar 4,4 Milliarden Sendungen jährlich werden. Für dieses Problem habe man gemeinsam mit einigen Partnern eine Lösung gefunden. Diese heißt, wie das Unternehmen – Ducktrain.

Bis zu fünf kleine und leichte Elektrofahrzeuge werden in einem Ducktrain gekoppelt und zu einem Zug vereint. „Auf diese Weise transportieren wir das Ladevolumen eines herkömmlichen Transporters in die Städte hinein“ erklärt der Ingenieur, Verkehrsexperte und Geschäftsführer des Aachner Startups Ducktrain, Kai Kreisköther. So ein „Entenzug“ könnte die Verkehrssituation erheblich entspannen, weil die ein Meter breiten Fahrzeuge Fahrradwege nutzen können und selbst zwischen Poller hindurchpassen, heißt es. Im Zustellbezirk angekommen vereinzelt sich der Ducktrain auf den letzten zehn bis 500 Metern und einzelne Ducks bringen die Pakete von Haustüre zu Haustüre. Der Ducktrain lenke und fahre dabei selbstständig, indem er automatisch dem Zusteller folge, der entweder zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist. Die Ducks sind laut dem Unternehmen für 20 bis maximal 25 km/h ausgelegt, könnten aber noch schneller sein, die Nutzlast entspreche einer Europalette - 300 und mehr Kilogramm seien möglich.

Man habe keine Fahrzeuge gefunden, die sich zur Lösung gegen die überlastete Infrastruktur eignen. Daher habe man ein eigenes Fahrzeugkonzept entwickelt. Die Erfinder hätten von Anfang an langfristig gedacht und das neue Mobilitätskonzept als autonomes Fahrzeug geplant. Noch nicht in der ersten Entwicklungsstufe, doch nach und nach soll Ducktrain immer mehr Funktionen selber und automatisch übernehmen. Die ersten vollständig automatisierten Ducktrains wolle man schon 2021 bauen, Pilottests seien ab 2022 und der Serieneinsatz auf der Straße für 2025 geplant, hört man. Derzeit werde die neue Technologie in Pilotanwendungen erprobt, "zunächst in abgeschlossenen Geländen wie Industrie- und Logistikarealen, dann im öffentlichen Raum.

Eine Zulassung gebe es für Ducktrain noch nicht, denn es sei ja eine vollkommen neue Fahrzeugkategorie, heißt es. Außerdem gebe es für die Automatisierungs-Technologie noch keine Richtlinien. Aktuell arbeite man mit dem Bundesverkehrsministerium, mehreren Landesverkehrsministerien sowie dem TÜV an der Genehmigung für das Fahrzeug. Ducktrains sollen nicht verkauft werden, heißt es, vielmehr sollen die Kunden die Fahrzeugnutzung bezahlen

hart von Statista: Die Zahl der in Deutschland beförderten Sendungen soll bis 2023 auf 4,4 Milliarden steigen
Die Zahl der in Deutschland beförderten Sendungen soll bis 2023 auf 4,4 Milliarden steigen. Bild: Statista