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Elmar Frickenstein, Bereichsleiter Vollautomatisiertes Fahren und Fahrerassistenz bei BMW, ist einer der Gäste des Fuel Choices Summit in Tel Aviv. Bild: Daniela Hoffmann

| von Werner Beutnagel

Kaum ein OEM hat dieser Tage keinen Vertreter nach Tel Aviv gesandt. Auf dem Fuel Choices Summit geht es um neue Mobilitätskonzepte, neue Kraftstoffe und neue Ideen. In Israel hat die politische Entschlossenheit, alternative Antriebsarten zu fördern, rund 200 Forschungsgruppen und 500 Startups hervorgebracht.

In der Region am Mittelmeer, auch Silicon Wadi genannt, konzentrieren sich Experten zufolge derzeit mehr Mobility-Startups als im Silicon Valley. Für OEMs und Tier One sind dabei vor allem Themen wie Sensorik, Cybersicherheit und Connectivity spannend. Die israelischen Gründer haben den Mut, auf den ersten Blick auch völlig verrückt erscheinende Ideen zu kommerzialisieren, wie zum Beispiel das zusammenfaltbare Auto von ct City Transformer, das Parkraum sparen soll. Ein Fokus liegt auch auf E-Bikes, Rollern und Mobilen in unterschiedlichsten Formen – sie haben das Potential, in warmen Ländern eine echte Konkurrenz zum Auto im urbanen Raum zu werden.

Auf dem Treffen steht das autonome Fahren ganz oben auf der Agenda, denn viele der dafür benötigten Fähigkeiten bringen die israelischen Experten mit. Elmar Frickenstein, Bereichsleiter Vollautomatisiertes Fahren und Fahrerassistenz von BMW bekräftigte erneut, bis 2020 ein autonomes Fahrzeug in Serie bringen zu wollen. Gefragt, warum der Hersteller beim autonomen Fahren so schnell sein will, antwortet Frickenstein: „Wir glauben, die Technologie ist da, wir brauchen Supercomputer, Deep Learning und AI. Es gibt auf Kundenseite eine große Nachfrage nach mehr Komfort, zum Beispiel bei der Vermeidung von Staus oder beim Fahren langer Autobahnstrecken“.

Informatik-Professor Amnon Shashua, Mitgründer und CTO des israelischen Startups Mobileye, das sich BMW neben Intel als Partner für sein Selbstfahrprogramm ausgesucht hat, stellt fest: „In der Autoindustrie ist es wichtig, unter den ersten zu sein und etwas zu erreichen, denn es wird eine ähnliche Regulierung geben wie in der Flugzeugindustrie. Wenn man nicht gleich dabei ist, wird die Technologie durch andere standardisiert“, meint Shashua. Jedes Automobilunternehmen, das die nächsten 20 Jahre überleben will, müsse sich mit dem autonomen Fahren beschäftigen, meint der Experte. Aus der Kooperation soll laut Frickenstein eine offene Plattform als Industriestandard entstehen, der sich andere Player anschließen können. Unterstützung durch Startups wünscht sich BMW bei Themen wie dem Handling der vielen hundert Petabytes an Daten, die beim autonomen Fahren anfallen, zum Beispiel bei der Datenkompression.

Auch bei Nissan ist man sich gewahr, dass manche Aspekte der gemeinschaftlichen Anstrengung bedürfen. Senior Vice President Research & Advanced Engineering Takao Asami nennt das Erstellen von HD-Karten, die das Herzstück autonomer Fahrzeuge sind. 240 Millionen Kilometer müssen für die Zertifizierung zurückgelegt werden, auch hier könnten sich die Hersteller zusammentun.

Autorin: Daniela Hoffmann

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