Großstädter sind aufgeschlossener für neue Mobilität

Taxi-Alternativen wie Uber werden in deutschen Großstädten noch immer seltener genutzt als das klassische Taxi. Foto: Markus Mielek/Uber

| von Fabian Pertschy

In urbanen Gebieten entscheiden sich die Verbraucher laut einer Analyse des Meinungsforschungsinstituts YouGov eher situativ für die Art des Fortbewegungsmittels. Jeder fünfte deutsche Großstädter (22 Prozent) nutzt dabei alternative Fortbewegungsmittel wie Taxi-Alternativen, Carsharing, Leifahrräder oder Elektroroller.

Jeder zehnte Befragte in einer Großstadt fährt hauptsächlich mit dem Auto. Während Taxi-Alternativen wie Uber und Carsharing-Angebote jeweils auch von rund zehn Prozent genutzt werden, sind vor allem öffentliche Verkehrsmittel (72 Prozent) und klassische Taxiunternehmen (37) bei der urbanen Bevölkerung beliebt. Leihfahrräder (sieben Prozent) und Elektroroller (vier Prozent) werden vergleichsweise wenig genutzt.

Dass vor allem die jüngeren Kunden neue Mobilitätsdienstleister nutzen, stimmt nur bedingt. Zwar sind die Befragten bis 30 Jahre offener was Taxi-Alternativen angeht und fahren häufiger auf Leihfahrrädern durch die Stadt, doch bei der Nutzung von Carsharing und Elektrorollern ist die Nutzung über alle Altersgruppen hinweg ausgeglichen.

Die Nutzung von neuen Mobilitätskonzepten zeigt demnach Wachstumspotenzial. Mehr als ein Viertel der deutschen Großstädter kann sich vorstellen, Taxi-Alternativen zu nutzen – fast ebenso viele ziehen Carsharing in Betracht. Über die Nutzung von Leihfahrrädern denkt jeder Fünfte nach, bei Elektrorollern ist es jeder Sechste. Die eigentlich als praktisch gedachte Buchung und Nutzung über eine App wird jedoch von vielen als kompliziert wahrgenommen.

In kleineren Städten oder in ländlichen Gebieten sind neue Mobilitätsdienstleister den Menschen weniger bekannt. Diese nutzen deshalb häufiger den eigenen Pkw und tendieren dazu, dieses Nutzungsverhalten auch im Urlaub oder beim Sightseeing beizubehalten. Neue Mobilitätsangebote werden von ihnen deutlich seltener in Betracht gezogen, obwohl diese an den Reisezielen gegebenenfalls verfügbar wären.

Laut den Analysten haben vor allem Anbieter von Elektrorollern geschafft, im öffentlichen Diskurs aufzutauchen. Denn obwohl die Nutzung eher selten erfolgt, haben die Verbraucher eine klarere Vorstellung davon, welche Eigenschaften sie mit den elektrisierten Rollern assoziieren. Sie werden besonders oft als außergewöhnlich und umweltschonend, jedoch als weniger sicher wahrgenommen.