Generation Y schätzt das eigene Auto
| von Pascal Nagel

Für die Autobauer wird es entscheidend sein, ihre Kunden zunehmend besser zu kennen und zu verstehen. Dabei geht es gerade um die zukünftigen Autokäufer, deren Vorstellung von Mobilität sich von aktuellen Käuferschichten noch einmal unterscheiden dürfte. Ford untersucht daher bereits seit 2013 jährlich in der „Automotive Zeitgeist“-Studie die Einstellung der Millennials, also der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen, zur Rolle von Automobil und Mobilität.

Wie in den vergangenen Jahren machen auch die Ergebnisse der Automotive Zeitgeist Studie 3.0 deutlich, dass das Automobil nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert bei den Millennials einnimmt. 73 Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe besitzen mindestens ein Auto oder haben regelmäßig eines zur Verfügung, etwa über die Familie. Mobil zu sein, empfinden 28 Prozent sogar als soziales Grundbedürfnis und notwendig, um im Beruf erfolgreich zu sein. Im Vergleich: Dieser Meinung sind von den 35- bis 54-jährigen Befragten nur 22 Prozent und von den 55-Jährigen und Älteren nur 18 Prozent.

Das Auto ist für die jüngeren Fahrer vor allem ein Garant für das Pflegen sozialer Kontakte: Für 53 Prozent ist das Automobil unerlässlich, um jederzeit zu Freunden fahren zu können. Jeder Dritte nutzt die Fahrt zudem für Gespräche mit dem Partner oder Freunden. 57 Prozent sagen, dass ihnen gemeinsame Fahrten mit Freunden viel Spaß machen – signifikant mehr als in der Generation 55 und älter (47 Prozent).

Wird das Auto vor allem innerhalb der Familie geteilt, denkt die jüngere Generation keineswegs nur an sich, wenn es um die Wunschfeatures im Fahrzeug geht: So sollte das Auto den Ansprüchen der verschiedenen Generationen genügen, etwa über eine einfache, intuitive Bedienung (75 Prozent), Navigationssysteme mit Echtzeit-Verkehrsinformationen (74 Prozent) und eine hohe Flexibilität im Innenraum (73 Prozent). Die Millennials wünschen sich zudem übersichtlich angeordnete Bedienelemente, die allerdings auf das Allernötigste beschränkt sein sollten (67 Prozent).

Nicht nur Familienmitglieder und Freunde teilen ihre Autos, auch das kommerzielle Carsharing wird laut der Studie immer bekannter: Hochgerechnet auf die 18- bis 34-Jährigen in Deutschland nutzen knapp 1,7 Millionen Millennials Carsharing-Angebote. 2014 waren es noch 1,5 Millionen. Somit nutzt inzwischen jeder zehnte Millennial, der kein eigenes Auto besitzt, Carsharing-Angebote – das sind deutlich mehr als bei den 35- bis 54-Jährigen (5 Prozent) und in der Altersgruppe 55plus (3 Prozent).

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie: Auch auf der Ausstattungsliste der digital Natives stehen die Themen Vernetzung und Connectivity nicht ganz oben. Die meisten Befragten der Generation Y (73 Prozent) wünscht sich schlicht eine Klimaanlage. Allerdings nimmt die Wichtigkeit eines Navigationssystems zu. Während in der Automotive Zeitgeist Studie 2014 nur 54 Prozent ein solches System als wichtiges Feature angaben, sind es in diesem Jahr bereits 62 Prozent. Auch Echtzeitempfehlungen zur Umfahrung von Baustellen oder Staus wünschen sich nun 49 Prozent, im Vergleich zu 41 Prozent im Jahr 2014.

Beim autonomen Fahren überwiegen bislang noch Bedenken die Akzeptanz. Nur jeder Dritte fände Autos ideal, die für kurze, konstante, sich wiederholende Strecken lernfähig sind und diese auf Wunsch selbständig bewältigen (34 Prozent). Nur drei von zehn Millennials sind überzeugt, autonom fahrende Fahrzeuge würden den Straßenverkehr stressfreier und sicherer machen (31 Prozent).

Hätten die 18- bis 34-Jährigen heute fünf Wünsche bei der „Mobilitäts-Fee“ frei, dann sollten Ampeln individuelle Grünphasen ermöglichen, sobald die Strecke frei ist (67 Prozent). Weiterhin äußerten sie den Wunsch nach kostenlosen Ladestationen für E-Autos (55 Prozent). Für 51 Prozent könnte in Zukunft die automatische Parkplatzsuche Realität werden, und 47 Prozent träumen von einer automatischen Verkehrssteuerung in Echtzeit. Außerdem wünschen sich 43 Prozent Mobilitätssysteme, die für eine schnellere, reibungslose Mobilität mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln sorgen.