Future Mobility ist vernetzt und autonom
| von Werner Beutnagel

Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) hat mit der Studie „Neue AutoMobilität“ eine Roadmap für den vernetzten und automatisierten Verkehr bis zum Jahr 2030 vorgelegt. Eines der zentralen Ergebnisse: Deutschland muss massiv in Infrastruktur und Forschung investieren sowie Testfelder im heutigen Straßenverkehr etablieren.

Wir müssen in Deutschland das vernetzte und automatisierte Fahren stärker unter realen Bedingungen erproben, wie sie im Straßenverkehr vorherrschen. Testfelder und Living Labs verbinden die Entwicklungsaktivitäten der Wirtschaft mit den Forschungsprojekten der Wissenschaft – davon profitieren beide. Zudem wächst das Vertrauen der Menschen in die Automatisierung des Verkehrs, wenn diese sich in solchen Testfeldern bewährt“, erklärt Projektleiter Karsten Lemmer, Institutsdirektor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) anlässlich der Studienpräsentation.

Autonomes Fahren benötige, so Lemmer weiter, eindeutige Standardisierungen an der Schnittstelle von Mensch und Maschine. Dem Fahrer müsse unter anderem in jedem Fahrzeug zu jedem Zeitpunkt klar sein, welche Aufgaben das Fahrzeug selbst übernimmt und wo eine manuelle Steuerung notwendig ist. Die Bereiche Mensch und Fahrzeug, sowie der Sektor Standards und Normen sind dabei nur zwei der Aktionsfelder, die im Rahmen der Studie identifiziert werden. Weitere Handlungsfelder, so die Ergänzung von Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, seien die Rechts- und Haftungssicherheit für Fahrer und Unternehmen oder der Ausbau der Netzabdeckung. Ebenso müsse die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert und Wert auf IT-Security und Datenschutz gelegt werden. Ein nicht zu vernachlässigender Erfolgsfaktor zukünftiger Mobilitätsentwürfe seien außerdem die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern sowie mit Experten aus der Stadtentwicklung.

Bei der Zukunft der Mobilität gehe es nicht allein um technologische Fragen, ergänzt BMWs Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich in seinem Vortrag im Rahmen der Studienpräsentation. Vielmehr seien neue Geschäftsmodelle und neue Player im Mobilitätsmarkt im Entstehen begriffen – etwa im Rahmen neuer Ownership-Modelle wie dem Carsharing. Auch das Thema Künstliche Intelligenz komme, so Fröhlich, zunehmend in der Realität an. Um Entwicklungen rund um das vernetzte und autonome Auto erfolgreich zu meistern, so Fröhlich, brauche es neue Kompetenzen in den Unternehmen sowie eine branchenübergreifende Zusammenarbeit.

Automatisierung und Vernetzung sind neben der Elektrifizierung die zentralen Bausteine für die bevorstehende Mobilitätswende. Es geht neben der technologischen Entwicklung ebenfalls um rechtliche Rahmenbedingungen wie die Straßenverkehrsordnung oder das Zulassungsrecht, die weiterentwickelt werden müssen“, kommentiert acatech-Präsident Henning Kargermann in einem abschließenden Statement. „Als Automobilstandort, Pionier der Industrie 4.0 und Vorreiter der Energiewende sollte Deutschland den Aufbruch in die vernetzte, automatisierte und elektrische Mobilität beschleunigen.

Weitere Informationen sowie einen Download der Studie „Neue AutoMobilität“ finden Sie unter .

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