lama-connect

Gemeinsam mit elf Partnern weitet das Fraunhofer IAO die Forschung zu Laden am Arbeitsplatz auf weitere Bereiche aus. Bild: Viktoriia/Adobe Stock/Fraunhofer

| von Fabian Pertschy

Im Rahmen des in diesem Monat gestarteten Verbundprojekts „LamA-connect“ entwickelt das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO gemeinsam mit elf Partnern aus Wissenschaft, Energiewirtschaft und Rechtsberatung intelligente und BSI-konforme Steuerungs- und Abrechnungskonzepte für die Ladeinfrastruktur. Dadurch sollen potenzielle Netzüberlastungen verhindert werden.

Das Projekt wird für knapp drei Jahre vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Es soll zeigen, dass durch Smart Meter Gateways, die zentralen Kommunikationseinheiten eines intelligenten Messsystems, Ladeinfrastruktur mit hohem Sicherheitsstandard gesteuert und überwacht werden kann.

Im bereits bestehenden Projekt „LamA – Laden am Arbeitsplatz“ liegt der Fokus auf dem Aufbau und der Integration von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in den Unternehmensalltag von Kommunen mit besonders hohen Stickoxidwerten. „LamA-connect“ knüpft an die bereits entwickelte Algorithmik zum intelligenten Laden an, setzt jedoch mit dem Ziel herstellerübergreifender, smart-meterbasierter und eichrechtskonformer E-Mobilitätslösungen einen weiteren Fokus.

Unter anderem soll die Kommunikation zwischen Ladesäule und Managementsystem standardisiert werden, um bidirektionales Laden, eine komfortablere Freischaltung des Ladevorgangs ohne RFID Karte (Plug and Charge) und die direkte Kommunikation zwischen Infrastruktur und Fahrzeug in die Anwendungsfelder gebracht werden. „Das entwickelte Gesamtsystem, das mehrere CPOs, Verteil- und Übertragungsnetzbetreiber einbinden soll, ist somit bereit für die kommende Generation von Ladeinfrastruktur und Fahrzeugen“, erklärt Projektleiter Daniel Stetter vom Fraunhofer IAO.

Neben dem ursprünglichen Anwendungsfeld des Arbeitsplatzes werden im Projekt noch zwei weitere Ladeszenarien untersucht: „Laden im Wohngebiet“ und „Laden im öffentlichen Parkhaus“. Laboruntersuchungen runden das Projekt ab. Ziel der Arbeiten ist die Entwicklung und Simulation verschiedener Steuerungskonzepte sowie deren Bewertung.

Anschließend werden Schnittstellen zur Verbundleitwarte des Netzbetreibers etabliert und Steueralgorithmen in das Netzleitsystem eingebettet. Um gleichzeitig die Ladeziele der Nutzenden zu erfüllen, werden kurzfristige Prognosen der Last- und der Flexibilitätspotenziale berechnet und die Ladevorgänge miteinander verknüpft. Ab 2022 soll die Koordinationsplattform mit Smart Meter Gateways die Standardlösung sein, um Ladesäuleninfrastruktur in das intelligente Stromnetz zu integrieren.