Ein Mann schaut auf sein Smartphone während er vor seinem Auto steht.

Neue Mobilitätsdienste könnten in Europa bis 2035 ein Marktvolumen von 549 Milliarden US-Dollar erreichen. Bild: Your Now

| von Claas Berlin

Das Marktvolumen für Mobilitätsdienste, die das eigene Auto ersetzen, beträgt in Europa aktuell 127 Milliarden US-Dollar, wovon 17 Milliarden auf den deutschen Markt entfallen. Das Umsatzpotenzial könnte sich europaweit bis 2035 mit 549 Milliarden Dollar mehr als vervierfachen. Während der chinesische Markt trotz niedrigerer Kilometerpreise bis 2035 ein Ertragspotential von bis zu 362 Milliarden Dollar bietet, bleiben die USA weit hinter den beiden anderen Regionen zurück.

Die größte operative Marge entlang der Wertschöpfungskette erwirtschaften Anbieter laut der Studienautoren weiterhin mit Leasing- und Mietangeboten (zehn bis 15 Prozent), gefolgt von Ridehailing mit einer Profitabilität von sieben bis zehn Prozent. Klassische Autoverkäufe bieten im Vergleich Margen von fünf bis sieben, während mit Carsharing lediglich in einzelnen Städten fünf Prozent Marge erreicht werden.

Neben neuen Mobilitätskonzepten erleben auch alternative Antriebe weiteren Aufwind: Eine hohe Kundennachfrage trägt zur zunehmenden Marktdurchdringung der Stromer bei. Für OEMs machen Batteriezellen und -systeme zwar nach wie vor den höchsten Anteil der Herstellungskosten von E-Antrieben aus, allerdings bietet der Gesamtmarkt ein steigendes Umsatzpotential. Der chinesische Markt alternativer Antriebe inklusive Batteriezellen und
-systemen umfasst aktuell 20 Milliarden US-Dollar Umsatz und bietet ein potenzielles Wachstum auf 314 Milliarden Dollar im Jahr 2035.

Der europäische E-Auto-Markt könnte sich von derzeit 18 Milliarden US-Dollar bis 2035 mehr als verzehnfachen (210 Milliarden). Trotz erwarteter Kostenreduktionen pro Kilowattstunde für große Autobatteriezellen und weiterer Optimierungspotentiale sind aus Sicht der Strategy&-experten aber weitere Investitionen in technologischen Fortschritt seitens der OEMs notwendig.

„Die COVID-19-Pandemie hat dazu geführt, dass einige Automobilhersteller ihre Investitionen rund um die Dimensionen Connected, Autonomous, Smart und Electric Mobility (CASE) im ersten Halbjahr 2020 um knapp zwei Drittel kürzen mussten. Gleichzeitig setzten Risikokapitalgeber verstärkt auf die Transformation der Automobilbranche und investierten insbesondere in intelligente Mobilitätsdienste, während Technologiefirmen ihre Wetten auf Technologien rund um vernetzte und autonome Mobilität erhöhten“, bilanziert Jörg Krings, Co-Autor der Studie und Partner bei Strategy& Deutschland.

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