Deutschland ist Europameister im Carsharing

In Deutschland könnte bis 2021 die Zahl der Carsharing-Nutzer auf zwei Millionen anwachsen. Bild: BMW

| von Yannick Tiedemann

Über die Hälfte der europäischen Carsharing-Fahrzeuge bewegt sich auf deutschen Straßen. So lautet ein zentrales Ergebnis einer Mobilitätsstudie der Boston Consulting Group. Rund 15.400 Autos befinden sich hierzulande im Sharing-Modus, 2001 seien es nur gut 1.000 gewesen. Spitzenreiter unter den 490 Carsharing-Städten ist Berlin mit rund 2.900 Autos. Weltweit zählte die Studie für das vergangene Jahr knapp 90.000 Carsharing-Fahrzeuge; der größte Markt sei die Region Asien-Pazifik mit 2,3 Millionen Nutzern von 33.000 Fahrzeugen.

„Die global anhaltende Urbanisierung der Gesellschaft sorgt dafür, dass der Markt auch in Zukunft noch sehr stark wachsen wird“, sagt Marco Gerrits, Partner bei BCG und Koautor der Studie. „Diese Entwicklung stellt aber keine Gefahr für den Neuwagenabsatz dar. Ein eigenes Auto zu besitzen wird die Norm bleiben.“

Bis 2021 könnten laut Studie weltweit 35 Millionen Menschen rund 1,5 Milliarden Fahrminuten pro Monat buchen. Diese Entwicklung mache bis dahin Umsätze in Höhe von 4,7 Milliarden Euro möglich. In Deutschland könnte den Studienautoren zufolge in den nächsten fünf Jahren die Nutzerzahl auf gut zwei Millionen steigen. „Carsharing hat in Deutschland gegenwärtig erst einen Anteil von 0,1 Prozent an den urbanen Mobilitätsoptionen. Die Branche hat noch sehr großes Wachstumspotenzial“, so Gerrits.

Trotz des Auftriebs der Carsharing-Branche stellt sie laut Studie keine ernsthafte Bedrohung für den Absatz von Neuwagen dar. Bis 2021 würden in Europa lediglich 278.000 Privatkunden (rund 1,3 Prozent) auf einen Neufahrzeugkauf zu Gunsten von Carsharing verzichten. Dieser Anteil sei der BCG zufolge vor allem deshalb so gering, weil das eigene Auto für viele Fahrer immer noch die Norm bleiben werde. Hinzu komme, dass zusätzlich weitere Carsharing-Flotten aufgebaut werden.

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