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Wer sich einen Porsche nicht allein leisten kann oder will, könnte sich künftig den Sportwagen über ein Co-Owning-Modell mit anderen teilen. Bild: Porsche

| von Pascal Nagel

Carsharing boomt. Über eine Million Nutzer sind es bereits in Deutschland, die stationsbasierte oder -unabhängige Angebote nutzen. Und das Teilen des Automobils ist längst nicht nur in Metropolen wie Berlin, München oder Hamburg populär, wie ein aktuelles Städteranking des Bundesverbandes CarSharing (bcs) zeigt. So belegt Karlsruhe mit 2,15 Carsharing-Fahrzeugen auf 1.000 Einwohner den ersten Rang. Auch Freiburg, Tübingen, Heidelberg und Göttingen liegen noch allesamt vor der Bundeshauptstadt.

Dass es auch Konzepte abseits des klassischen Carsharings mit meist kompakten Stadtautos gibt, zeigt etwa Audi. In Stockholm hat der OEM bereits das Projekt Audi Unite gestartet, bei dem sich insgesamt fünf Personen einen Audi teilen und dafür monatlich Miete bezahlen. Das junge Berliner Startup Carclub bringt nun eine vergleichbare Idee nach Deutschland. Der entscheidende Unterschied: Mehrere Personen mieten nicht nur gemeinsam ein Fahrzeug, sondern besitzen es. Zunächst umfasst das Co-Owning-Angebot allerdings nur Sportwagen, Young- und Oldtimer sowie Luxusfahrzeuge.

Nutzer stellen ihren Fahrzeugwunsch dabei in die Community ein oder beteiligen sich am Wunsch eines anderen Nutzers. Finden sich je nach Co-Owning-Modell drei oder fünf Gleichgesinnte, vermittelt Carclub konkrete Angebote, ob Gebrauchtwagen oder Neufahrzeug. Das Unternehmen übernimmt zudem die Anmeldung, wird Halter des Fahrzeugs, koordiniert Wartung und Reinigung sowie die Schadensregulierung. Über den Carclub-Kalender organisieren die Besitzer die Nutzung des Wagens, geparkt ist das Fahrzeug an einem zentralen Stellplatz.

Warum das Konzept zunächst auf exklusive Fahrzeuge begrenzt ist, erklärt Armin Schink, Manager Customer Releations bei Carclub, gegenüber carIT: „Ein Co-Owning Modell ist zwar generell auch für ’normale‘ Fahrzeuge denkbar, allerdings werden diese Fahrzeuge typischerweise als Erstfahrzeug genutzt, also im alltäglichen Gebrauch.“ Ein Co-Owning-Modell mit drei bis fünf Eigentümern sei für Fahrzeuge des täglichen Gebrauchs zu unflexibel, meint Schink. „Hier hat das klassische Carsharing und Mietgeschäft deutliche Vorteile. Allerdings können wir uns ein Co-Owning mit zwei Partnern durchaus vorstellen, da dort Absprachen und Übereinkünfte deutlich leichter zu erzielen sind.“

Dennoch gebe es bereits Überlegungen, das Konzept auszuweiten. So sei langfristig eine Expansion in den Motorradmarkt bereits geplant. „Außerdem bieten sich viele positive Synergien, wenn man das Mietgeschäft und Co-Owning-Segment miteinander verknüpft. Hier kann die Auslastung der Fahrzeuge gesteigert werden“, so Schink. Das Co-Owning könnte demnach durchaus eine Lücke zu den bestehenden Carsharing-Angeboten schließen.