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Bereits Anfang 2021 sollen 50 rückspeisefähige BMW i3 unter Realbedingungen erprobt werden. Bild: BMW

| von Fabian Pertschy

Unternehmen und Institutionen aus den Bereichen Automobilindustrie, Energiewirtschaft und Wissenschaft wollen gemeinsam technologische Lösungen entwickeln, um Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Stromnetze ganzheitlich zu verknüpfen. Das auf drei Jahre angelegte und von BMW geführte Smart-Grid-Projekt „Bidirektionales Lademanagement – BDL“ der interdisziplinären Partner steht unter der Trägerschaft des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Bereits Anfang 2021 sollen im Rahmen einer einjährigen Pilotphase die ersten 50 BMW i3 mit rückspeisefähiger Ladetechnologie unter Realbedingungen erprobt werden.

Bidirektionales Lademanagement soll es ermöglichen, dass geparkte Elektrofahrzeuge, die an eine Ladestation oder Wallbox angeschlossen sind, als flexible Stromspeicher genutzt werden können. Dadurch soll Strom ins Netz eingespeist werden, wenn dieser benötigt wird und die Hochvoltbatterie geladen werden, wenn ausreichend Kapazitäten verfügbar sind. Auf diese Weise kann Elektromobilität dazu beitragen, das Stromnetz aus regenerativen Energien zu stabilisieren, die Notwendigkeit zum Netzausbau zu verringern und damit den Strompreis stabil zu halten.

Eine solche Integration erfordert jedoch vielfältige Innovationen in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Ladehardware, Lademanagement und Kommunikationsschnittstellen zu den energiewirtschaftlichen Stakeholdern sowie hinsichtlich rechtlicher Rahmenbedingungen. Außer Konsortialführer BMW sind der Übertragungsnetzbetreiber TenneT und der Verteilernetzbetreiber Bayernwerk Netz beteiligt. Zudem wird Kostal Industrie Elektrik die Entwicklung der Ladehardware, die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) und die Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft die Energiesystemanalyse, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) die Forschung zu Strommarkt- und Netzrückwirkungen und die Universität Passau die Nutzerforschung übernehmen.