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Aptiv-Manager Lee Bauer: „Unsere Smart Vehicle Architecture fungiert als Nervenzentrum und Gehirn des Fahrzeuges.“ Bild: Aptiv

| von Yannick Tiedemann

Eine der größten Hürden auf dem Weg zum hochautomatisierten Fahren ist ohne Zweifel die Sicherheitsfrage. Im Interview mit carIT erklärt Lee Bauer, Vice President Mobility Architecture Group bei Aptiv, wie Methoden der künstlichen Intelligenz das selbstfahrende Auto zu einem nahezu unverwundbaren Vehikel machen könnten und welche Rolle der Faktor Mensch dabei spielt. 

Künstliche Intelligenz ist ein entscheidender Faktor zur Erhöhung der Sicherheit beim Autofahren: Wir nutzen die im Innenraum des Fahrzeuges erfassten Sensordaten nicht mehr nur dazu, um zu erkennen, ob der Fahrer seine Augen auf die Straße richtet. Das KI-System versteht vielmehr sogar, ob der Fahrer körperlich und emotional grundsätzlich fahrtüchtig und konzentriert ist.

Ein erklärtes Ziel von Aptiv ist die Erhöhung der Fahr- und Ausfallsicherheit autonomer Fahrzeuge. Hand aufs Herz: Wie weit sind wir davon entfernt, ein selbstfahrendes Auto auf den Straßen zu sehen, das vollends vor Angriffen von außen, lebensbedrohlichen Systemausfällen und Fehleinschätzungen in bestimmten Verkehrssituationen geschützt ist? Wird es das überhaupt je geben?

Tatsächlich dreht sich bei der Entwicklung unserer Technologien alles um die Erhöhung der Sicherheit von Fahrgästen und Passanten. Unser Ziel ist eine Zukunft, in der es keine von Fahrzeugen verursachten Unfälle mehr gibt. Um das zu erreichen, arbeiten wir intensiv an der Integration von aktiven Sicherheitstechnologien in die autonomen Fahrsysteme. Wir haben für die Implementierung ein dreistufiges ausfallsicheres Design entwickelt, das umfassende Ausfallszenarien für Strom, Daten und Computerberechnung beinhaltet, um alles voll funktionsfähig zu halten – insbesondere die sicherheitsrelevanten Fahrfunktionen. Wann jedoch Level-5-Fahrzeuge verfügbar sein werden, die wirklich unter allen Bedingungen, auf jeder Straße, zu jeder Zeit und bei jedem Wetter autonom fahren, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau sagen.

Ihr Partner Mobileye hat mit dem Responsibility-Sensitive Safety (RSS)-Modell einen Katalog an formalisierten und kontextualisierten menschlichen Verhaltensweisen aufgestellt, die einem autonomen Fahrzeug in bestimmten Fahrsituationen die Entscheidungen vorgeben. Damit könnten Sicherheitsstandards aufgestellt werden, ohne nur auf die Erkenntnisse von Millionen von Testkilometern zu warten. Wie bewerten Sie diesen Ansatz?

Bei Aptiv verfolgen wir einen strukturierten KI-Ansatz: Wir gehen von den Straßenregeln aus – sie sind die Basis – und integrieren dann die Stärken von KI, neuronalen Netzwerken und maschinellem Lernen, um unseren Fahrzeugen die Praxiserfahrungen zu geben, die sie zum Lernen brauchen. Unsere Smart Vehicle Architecture fungiert dabei als Nervenzentrum und Gehirn des Fahrzeuges. Ausschlaggebend für die Sicherheit ist, dass die Plattform in der Lage ist, Entscheidungen 34.000 Mal schneller zu treffen als ein Mensch. So tritt bei unserer Lösung für das autonome Fahren das Gehirn des Fahrzeugs bereits heute an die Stelle eines Menschen.

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