| von Werner Beutnagel

Herr Bräuer, über welche Kompetenzen im Automotive-Bereich verfügt Fujitsu?

Mathias Bräuer: Fujitsu Semiconductor Europe arbeitet eng mit Fahrzeugherstellern und Zulieferern zusammen und bietet Anwendungen wie Chassis-Steuerungen, Komfort- und Klimakontrollsysteme, Dashboard-Lösungen und Infotainment sowie Sicherheits- und Sensorelektronik in Serienfertigung als etablierten Bestandteil von maßgeschneiderten Komplettlösungen für Automobilanwendungen. Diese Produkte werden in Deutschland in enger Zusammenarbeit mit der Zentrale in Japan entwickelt. Mit passenden Softwareprodukten und Dienstleistungen wird ein vollständiges Systemlösungsportfolio angeboten.

carIT: Welche Unternehmen können als Referenzkunden für Fujitsu gelten?

Mathias Bräuer: Die Lösungen von Fujitsu Semiconductor finden sich in den Fahrzeugen aller europäischen Hersteller. Besonders bekannt ist FSEU bei seinen Kunden und auch bei den Fahrzeugherstellern für seine skalierbaren Instrument Cluster Systemlösungen. Neben den ICs (16-Bit Microcontroller, 32-Bit Microcontroller, Grafik Display Controller) bietet Fujitsu hier sowohl Werkzeuge (beispielsweise das Authoring Tool CGI Studio) als auch sehr angesehene Hardware- und Software-Services an.

carIT: Die Vernetzung der Fahrzeuge mit dem Umfeld nimmt an Dynamik auf. Welche Herausforderungen kommen in diesem Bereich aus ihrer Sicht in den nächsten Jahren auf die Automobilindustrie zu? Und welche auf die IT-Industrie?

Mathias Bräuer: Die rasanten Entwicklungen in der Unterhaltungselektronik lassen die Erwartungshaltung der Endkunden an die Fahrzeughersteller wachsen. Die Automobilindustrie muss entsprechend reagieren und trotz ihrer deutlich längeren Entwicklungszyklen auf der Höhe der Zeit bleiben.

Das heißt die Infotainment-Systeme im Auto müssen die gleiche Leistung bringen und den gleichen Look-and-feel bieten, wie es der Verbraucher von seinem Smartphone oder Tablet gewöhnt ist. Auch das Zusammenwachsen in einem einzigen „All in One“-Steuergerät ist denkbar. Die Mensch-Maschine-Interaktion wird in jedem Fall zu einem der wichtigsten Differenzierungsmerkmale einer Fahrzeugmarke.

Die Herausforderung für die IT-Industrie und Chiphersteller wie Fujitsu ist es, den Fahrzeugherstellern skalierbare Paketlösungen zu bieten und sie so von der komplexen Entwicklung zu entlasten.

carIT: Die Entwicklungszeiten der Chiphersteller unterscheiden sich dramatisch von denen der Automobilindustrie. Wie wollen sie dieses Problem zusammen mit der Autoindustrie lösen?

Mathias Bräuer: Unser Ziel ist es, die hohe Performance aus der Unterhaltungselektronik mit den speziellen Anforderungen der Fahrzeugindustrie in einem Produkt zu vereinen. Der Ansatz von Fujitsu Semiconductor ist es ein skalierbares Portfolio aus Hardware- und Softwaremodulen anzubieten, aus dem sich die Automobilhersteller das für sie passende Endprodukt zusammenstellen können. Durch unabhängige Entwicklungszyklen von Hardware und Software kann die Software den Zielvorgaben der Autoindustrie entsprechend entwickelt werden – unabhängig von der Hardwarekonfiguration – und dann problemlos auf die neuesten Chipentwicklungen adaptiert werden.

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