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VDA-Geschäftsführer Ulrich Eichhorn stand automotiveIT Rede und Antwort. Bild: VDA

| von Pascal Nagel

Die deutsche Automobilindustrie arbeitet bereits seit Jahren an der Technologieentwicklung. Bei der Weiterentwicklung von Fahrerassistenzsystemen hin zu automatisierten Fahrfunktionen ist sie führend. Mittlerweile ermöglichen Bundesregierung und Länder auch auf deutschen Straßen die kontrollierte Erprobung des automatisierten Fahrens. Jetzt müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, damit das Fahrzeug rein rechtlich die Aufgaben übernehmen kann, die heute allein der Autofahrer wahrnehmen darf. Sowohl Zulassungs- als auch Verhaltensrecht müssen an die modernen Entwicklungen angepasst werden. Der wichtigste Ort, um diese juristischen Fragen zu klären, sind die Vereinten Nationen. Deutschland wird in den relevanten UNECE-Gremien von der Bundesregierung kompetent vertreten. Das Wiener Übereinkommen von 1968 besagt, dass der Fahrer jederzeit die Kontrolle über sein Fahrzeug haben muss. Im März 2014 wurde ein Artikel auf der Sitzung der UNECE ergänzt. Diese für das automatisierte Fahren relevanten Änderungen müssen jetzt sowohl auf UN-Ebene als auch in der nationalen Gesetzgebung umgesetzt werden.

_Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat mit der A9 zwar einen Vorschlag unterbreitet, jetzt wollen aber plötzlich neben Bayern auch Baden-Württemberg, Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen mit ihren Autobahnen mitmischen. Das sieht nach politischem Gerangel aus. Wie geht es jetzt weiter?

Obwohl die kontrollierte Erprobung des automatisierten Fahrens auf deutschen Straßen mittlerweile möglich ist, begrüßt der VDA ausdrücklich die Initiative des Bundesverkehrsministers, auf der A9 ein Pilotprojekt „Digitales Testfeld Autobahn“ ins Leben zu rufen. Ein Teilabschnitt soll Technologie für Sensoren, Messeinrichtungen und Kommunikation erhalten. Daran anknüpfend können weitere Testfelder, Initiativen und Projekte von Ländern, Städten und Kommunen entstehen. Das sind die weiteren Schritte auf dem langen Weg zur intelligenten Mobilität der Zukunft. Im Falle mehrerer Testfelder muss aber sichergestellt werden, dass bei der technischen Ausstattung und bei den Randbedingungen keine Insellösungen entstehen.

_ 2025 soll das vollautomatisierte Fahren möglich werden. Was macht Sie sicher, dass die deutsche Automobilindustrie international das Rennen macht?

Für uns steht fest: Wir wollen bei der Entwicklung der Mobilität der Zukunft im Driver Seat bleiben. Unsere Einführungsstrategie ist, über die Weiterentwicklung bereits bestehender Assistenzsysteme zum teil-, hoch- und schließlich zum vollautomatisierten Fahren zu kommen. In den nächsten drei bis vier Jahren investieren die deutschen Hersteller und Zulieferer bis zu 18 Milliarden Euro allein in Forschung und Entwicklung zum vernetzten und automatisierten Fahren. Die Innovationskraft der deutschen Hersteller und Zulieferer ist ungebrochen. Mit den notwendigen Kooperationen und dem Zusammenspiel mit der nationalen und internationalen Politik wird die deutsche Automobilindustrie das vollautomatisierte Fahren auf die Straße bringen.

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