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Das Smartphone spielt im Fahrzeug von morgen eine zentrale Rolle – Vermutlich jedoch nicht als Lenkradersatz. Bild: JLR

| von Chris Löwer

Das Smartphone gilt vielen   als Universalfernbedienung für ihren Alltag. Auto nicht ausgeschlossen. Schon jetzt haben Hersteller wie Jaguar Land Rover Apps entwickelt, mit denen sich zum Beispiel Geländewagen aus kitzligen Situationen per Handy vom ausgestiegenen Fahrer herausmanövrieren lassen oder wie bei Mercedes man den Trumm eines Stadtgeländewagens in eine enge Parklücke dirigiert, die es kaum zulässt, die Tür einen ausreichend großen Spalt zum Aussteigen zu öffnen.

Extremeres schwebt US-amerikanischen Ford-Ingenieuren vor: Sie haben, wie das Online-Portal „Car Buzz“ meldet, einen an Videospiele angelehnten Steuerungsmodus entwickelt und zum Patent angemeldet. Genutzt werden soll er, wenn der Fahrer in unübersichtlichen Situationen oder aus Lust und Laune Herr über sein (teil-)autonomes Fahrzeug sein möchte. In der Patentschrift ist vom „Non-Autonomous-Steering-Mode“ die Rede. Und der lässt zwei Möglichkeiten zu: Entweder wird das Handy, ähnlich wie bei Game-Apps, als Ganzes wie ein Lenkrad bewegt, oder aber der Finger dreht ein auf dem Display abgebildeten Lenker – was ziemlich fummelig wirkt und definitiv nichts für Grobmotoriker sein dürfte. Klar, nachdem jedes Smartphone über die Sensorik zur Bewegungserfassung verfügt und es ein leichtes ist, diese als Steuerbefehle an die Lenkung zu schicken, ist dieser Ansatz verlockend einfach. Aber auch sinnvoll?

Selbst bei Ford Deutschland ist man skeptisch: Bis Level 3 bliebe das Lenkrad an Bord, und ab Level 4 habe sich das Thema selbst steuern eh erledigt. „Eine Nutzung des Smartphones für Remote Parking oder Valet Parking ist denkbar, dann aber nicht als ‚klassisches Lenkrad‘, sondern als Steuerfunktion“, sagt Christian Ress, Supervisor Automated Driving Europe bei Ford Research & Advanced Engineering. Für die Fahrerunterstützung sei ein Lenkrad im Auto nun mal verpflichtend, um eine Zulassung zu erhalten. Für hochautomatisierte beziehungsweise autonome Fahrzeuge sei kein Lenkrad notwendig, betont Ress: „Ich sehe daher keinen Mehrwert, im Fahrzeug das Lenkrad durch das Smartphone zu ersetzen.“

Versagt das Smartphone also doch als Universalfernbedienung fürs Leben? Scheitert es ausgerechnet am Auto? Nein. „Das Smartphone wird zwar nicht zum Lenkradersatz, aber es wird eine große Rolle bei der Bedienung von Fahrzeugen spielen“, ist sich Ress sicher. Etwa, wenn es darum geht, ein autonom fahrendes Auto anzufordern, beim automatisierten Parken, für Statusmeldungen, um Wartungsfahrten zu initiieren, etwa, wenn Stromer zur nächsten Ladesäule geschickt werden. Dies seien nur einige Beispiele, sagt Ress. Je nach Anwendung seien jedoch in Sachen Sicherheit, Zulassung und Zertifizierung noch einige Hürden zu nehmen, betont der Ford-Mann.

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