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Mit zahlreichen neuen Elektro-Modellen bespielt der Autobauer den chinesischen Markt. Bild: Lynk & Co

| von Christiane Kühl

China kann sich derzeit kaum retten vor neuen Elektro-Startups. Lynk & Co. vom privaten Geely-Konzern aber will mit seinen Autos in knalligen Farben und umfassender Vernetzung mehr sein: Vor allem eine Lifestyle-Marke für junge Kunden aus den Städten. Dazu gehören Elektromodelle, aber zumindest am Anfang auch konventionelle Benziner. Neben klassischen Autohändlern setzt das Unternehmen zudem auf einen neuartigen Direktvertrieb im Internet.

Lynk drängt mit hohem Tempo in den Markt. Im Dezember 2017 kam das erste Modell, ein kompakter Sportgeländewagen, im Juni 2018 folgte ein noch kleinerer SUV. Beide gibt es inzwischen als Plug-in Hybrid-Versionen. Und Anfang September präsentierte Lynk auf der Automesse in Chengdu eine Kompaktlimousine. Die Modelle heißen schlicht 01, 02 und 03. Alle drei teilen die gleiche wuchtige Front mit zweistrahligen LED-Frontleuchten. Der Start lief gut: Im ersten Halbjahr 2018 setzte Lynk allein vom 01 bereits 46.252 Einheiten ab. Nur im August wurden 13.674 Modelle des 01 und 02 verkauft.

Lynk-Mutter Geely ist heute der größte private Autobauer Chinas – und hat Lynk gemeinsam mit der schwedischen Premiumtochter Volvo erschaffen, die Geely-Gründer Li Shufu 2010 übernommen hatte. 2017 erhielt Volvo 30 Prozent an Lynk, das nun platziert ist im Segment zwischen der Einsteigermarke Geely und Volvo.

2016 hatte Li Shufu angekündigt, bis 2020 weltweit zwei Millionen Autos pro Jahr zu verkaufen. Er kommt diesem Ziel überraschend schnell näher. Von Januar bis August setzte Geely inklusive Lynk & Co. 1.012.429 Autos ab, 41 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Absatzprognose für das Gesamtjahr 2018 von 1,58 Mio. ist damit in Reichweite. Ein Erfolg Lynks ist fest eingeplant, die Marke integriert in das Unternehmensgefüge.

So teilen Lynk und Volvo eine Plattform für die Kompaktklasse, auf der der Volvo XC40 produziert wird. Ab 2019 sollen auch Lynk-Modelle im Volvo-Werk im belgischen Gent vom Band laufen – um von dort ab 2020 in Europa verkauft zu werden. Außerdem plant Geely am Produktionsstandort in Ningbo eine zusätzliche Fabrik auch für größere Autos der Marken Geely und Lynk – produziert auf der SPA-Plattform von Volvo für das E-Segment.

Bis 2020 will Geely einschließlich Lynk 90 Prozent seiner Flotte elektrifizieren – und diese Stromer dann zum gleichen Preis verkaufen wie Modelle mit Verbrennungsmotor. Bis 2020 sollen mehrere Elektro-Modelle mit über 500 Kilometern Reichweite auf den Markt kommen, 2025 dann das erste Modell mit Brennstoffzelle.

„Um diese Ziele zu erreichen, haben wir weit mehr als der Branchenschnitt in Forschung und Entwicklung investiert“, sagte Geely-Präsident An Conghui im Mai. So betreibe Geely vier globale Entwicklungszentren mit 2500 Forschern allein zum Thema neue Antriebe – davon zwei in Europa. Bisher haben Geely und Lynk zusammen sechs Elektromodelle auf dem Markt. Volvo will ab 2020 ausschließlich Elektroautos verkaufen und entwickelt dafür eigens eine neue Marke namens Polestar.