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Plug and Play-Gründer Saeed Amidi spricht dem Startup-Standort Stuttgart großes Potenzial zu. Bild: StartupautobahnPNPTC

| von Werner Beutnagel

„Und am Ende fahren sie Mercedes-Benz“, beendete Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann seine Beispielerklärung, welche typischen Schritte ein erfolgreiches Startup im Silicon Valley absolviert. Damit zielte er bei seiner Eröffnungsrede des diesjährigen Finales der Startup Autobahn in den Wagenhallen in Stuttgart auf die Verbindung zwischen Schwabens populärstem Autobauer und der gehypten Gründerszene in den USA ab. Und hatte damit die Lacher der mehr als 1.000 Teilnehmer der Veranstaltung auf seiner Seite.

Zum fünften Mal bereits traf sich in Stuttgart die internationale Startupszene im Rahmen der unter anderem von Daimler und dem Inkubator Plug and Play ins Leben gerufenen Innovationsplattform Startup Autobahn. Diesmal in den erst kürzlich wiedereröffneten Stuttgarter Wagenhallen. Die 30 am Accelerator-Programm teilnehmenden Startups aus den Bereich Mobility, Enterprise 2.0 und Produktion zeigten an den Ständen und auf den vier Bühnen rund 50 Projekte.

„Wir machen die Startup-Szene in Stuttgart super great again“, sagte Plug and Play-Gründer Saeed Amidi in seiner Keynote. Aus 41 Ländern kamen Gründerinnen und Gründer in die Wagenhallen der baden-württembergischen Landeshauptstadt – die wenigsten jedoch tatsächlich aus dem Ländle. 

Die Startups aus aller Welt hatten rund 100 Tage Zeit, ihre Ideen zusammen mit Partnern aus der Industrie in „viable products“ zu gießen. Eine dieser Lösungen kommt vom auf autonomes Fahren spezialisierten Startup Kopernikus Automotive. Zusammen mit Porsche hat das Team um Gründer Stefan Jenzowsky am Standort Ludwigsburg ein Testfeld für autonome Fahrten in Werkstätten aufgebaut. Ziel des Projekts ist es, Fahrzeuge selbstständig von ihrem Parkplatz zur Hebebühne und wieder zurück fahren zu lassen.

Neben Kopernikus zeigten auch andere Jungunternehmen, was sie für die Zukunft der Mobilität vorhaben. So präsentierte das österreichische Unternehmen Volterio eine Smart Charging-Lösung für Elektroautos, bei der das Fahrzeug über einen Lade-Connector automatisiert geladen wird. Mit Aurora Labs , Eyesight und White Raven zeigten sich zudem gleich drei Startups aus dem sogenannten „Silicon Wadi“, dem neuen Innovations-Hotspot in Tel Aviv, wo beispielsweise auch BMW nach neuen Tech-Talenten suchen will.

Porsche durfte sich übrigens neben seinem neuen Projekt mit Kopernikus zudem über einen Preis freuen. Der Sportwagenbauer erhielt den Global Innovation Award von Plug and Play für sein internationales Engagement und seine Investitionsstrategie innerhalb der Startupszene.