Bosch Bernd Heinrichs (DSC_3735)

Seit Oktober 2017 ist Bernd Heinrichs Business Digital Officer für den Unternehmensbereich Mobility Solutions, dem Automotivegeschäft der Robert Bosch GmbH. Bild: Claus Dick

| von Werner Beutnagel
Im Interview spricht der Business Digital Officer im Geschäftsbereich Mobility Solutions bei Bosch über die Entwicklung neuer Services, die weit über das Stammgeschäft des Zulieferers hinausreichen und die Prioritäten auf seiner Business-Agenda.

carIT: Herr Heinrichs, Bosch lässt sukzessive die Rolle des klassischen Automobilzulieferers hinter sich und baut neue Domänen auf. Wie sieht der Masterplan im Bereich Mobility Solutions aus?

Heinrichs: Wir verstehen die strategischen Bereiche vernetzte Mobilität, automatisierte Mobilität, Antriebssysteme und elektrifizierte Mobilität als organisatorische und inhaltliche Leitplanken unserer Produkt- und Lösungsentwicklung. Ich persönlich sehe darin die Keimzelle für eine Vielzahl möglicher Aktivitäten, die weit über das Stammgeschäft in der Automobilbranche hinausreichen. Mobilität, Energie, Industrie, Gebäude – wir glauben an die Vernetzung unterschiedlicher Domainen und sehen uns gleichzeitig als Lösungsentwickler, Anwendungsunternehmen und Orchestrator eines großen Ökosystems für Anwender, Entwickler und Partner gleichermaßen. Die Services, an denen wir arbeiten, sollen nicht nur innerhalb einzelner Fahrzeuge laufen, sondern zwischen allen vernetzten Autos, ihrer Umgebung, der städtischen Infrastruktur, dem Smart Home.

carIT: Ihre Einschätzung bitte: Wie wird sich der Markt für Robotaxis in den kommenden Jahren entwickeln?

Heinrichs: Mobilitätskonzepte mit Robotaxis stehen noch am Anfang, auch wenn wir im urbanen Umfeld in Zukunft immer mehr Versuche mit fahrerlosen Testfahrzeugen sehen werden. Es ist kein Geheimnis, dass Bosch und Daimler letztes Jahr eine Zusammenarbeit auf diesem Gebiet vereinbart haben. Bereits in den kommenden Monaten werden erste Testfahrzeuge auf den Straßen zu sehen sein, um Erfahrungen zu sammeln. Robotaxis werden kommen, das steht für mich außer Frage. Aber bis sie zu einem festen Bestandteil der urbanen Mobilität werden, sind noch etliche Entwicklungsschritte notwendig.

carIT: Was sind 2018 die Top-3-Punkte auf Ihrer Business-Agenda?

Heinrichs: Wir im Geschäftsbereich Connected Mobility Solutions wollen unser Angebot bei Shared-Mobility-Services stärken. Unser E-Scooter-Sharingservice Coup geht in sein Drei-Städte-Jahr. Wir glauben an die Elektromobilität und unterstützende Services – ein zentraler Punkt dabei ist der Zugang zur Lade-Infrastruktur, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Damit begegnen wir der Reichweitenangst. Nicht zuletzt beschäftigen wir uns mit der sicheren, skalierbaren Echtzeitkommunikation ins Auto hinein und aus dem Auto hinaus.

Lesen Sie mehr über die Aktivitäten der Bosch Mobility Services in der nächsten Ausgabe von carIT, die am 9. Mai 2018 erscheint.

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